Donnerstag, 18. September 2014


Lesezirkel 2012: Verband meldet Umsatzwachstum um 1,6 Prozent

Die rund 120 Lesezirkel-Unternehmen in Deutschland haben 2012 einen Umsatz von 175,41 Mio. Euro erzielt, 1,6 Prozent mehr als 2011. Das teilte Günther Hildebrand (Archivbild), Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel, bei einem Pressegespräch in Hamburg heute (7.5.2013) mit.

Den Löwenanteil, nämlich 154,8 Mio. Euro, brachte die Vermietung der Zeitschriftensortimente, der so genannten Lesemappen, ein. Dieses Geschäftsfeld legte im Jahresvergleich um fünf Mio. Euro bzw. 3,3 Prozent zu.
Weitere 20,61 Mio. Euro entfielen auf die überregionale Wirtschaftswerbung, deren Umsatz gegenüber 2011 jedoch um knapp 2,3 Mio. Euro (zehn Prozent) sank. Dabei handelt es sich um Anzeigen auf den LZ-Umschlägen, in die die vermieteten Zeitschriften eingeschlagen sind, sowie Beilagenwerbung. Nicht in der Aufstellung enthalten sind Umsätze, die die LZ-Unternehmen mit regionaler Werbung erzielen.

Günther Hildebrand zeigte sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche zufrieden. "Der Lesezirkel erweist sich als sehr wichtiger Sektor des deutschen Pressevertriebssystems, weil er mit seinem einmaligen Vertriebsweg die Auflagen und Reichweiten der mehr als 300 vertriebenen Zeitschriften stabilisiert, die der Lesezirkel in seiner breiten, leserorientierten Palette hat", sagte er.

Die wirtschaftliche Situation der Lesezirkel-Betriebe wird jedoch durch die Kostensituation zunehmend schwierig. Neben steigenden Spritkosten, die durch die Auslieferungsfahrten anfallen, sowie höheren Personalkosten hätten auch die Verlage in der jüngeren Vergangenheit die Abgabepreise für die Zeitschriften heraufgesetzt. "Die Lesezirkelunternehmen können die steigenden Kosten nicht unmittelbar an ihre Abonnenten weitergeben", erläuterte Hildebrand. Daher sei die Ertragslage längst nicht mehr so komfortabel wie einst.

Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den Verlagen meinte Hildebrand: "Es ist das besondere Verdienst des Lesezirkels, die Viefalt des Zeitschriftenangebots in Deutschland für eine regelmäßig, treue Leserschaft zu erschließen und zu sichern." Dies werde durch die stabilen LZ-Auflagen deutlich, was dem Lesezirkel die anhaltende Wertschätzung der Verlagen sichere.

Die Zusammenarbeit zwischen Lesezirkel-Unternehmen und Verlagen bewertete Hildebrand als konstruktiv und vertrauensvoll. "Selbstverständlich gibt es, etwa wenn es um die Erhöhung der Abgabepreise geht, Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Seiten", sagte er. "Doch die Kooperation läuft allgemein partnerschaftlich und fair."

Probleme durch späte Anlieferungen

Sorgen bereiten dem Lesezirkel jedoch die zunehmend späten Anlieferungen der Zeitschriften durch die Verlage. "Wir verstehen natürlich, dass die Verlage ein hohes Interesse haben, ihren Lesern möglichst aktuelle Berichte zu liefern", sagte Hildebrand. "Doch wir Lesezirkel-Unternehmen bekommen erhebliche Probleme bei unseren Auslieferungstouren, wenn wir die Zeitschriften zu spät erhalten."

Nach Angaben Hildebrands beliefern die Lesezirkel-Betriebe ihre Mappen in der Regel von Mittwoch bis Freitag. Die Abonnenten der so genannten Erstmappen erhalten ihre Sortimente bereits am Mittwoch. Dazu gehören auch die auflagenstarken donnerstags erscheinenden Titel. Wenn sie nicht rechtzeitig im Lesezirkel angeliefert werden, sind Nachlieferungstouren erforderlich oder sogar der Versand per Post. "Dadurch entstehen für uns erhebliche Mehrkosten", so Hildebrand.

Digitale Lesemappe kommt

Nach langwierigen Gesprächen mit den Verlagen hofft der VDL, noch in diesem Jahr ein Konzept für eine digitale Lesemappe an den Start zu bringen. Die Planungen sehen vor, Lesezirkelabonnenten digitale Versionen von Zeitschriften zu vermieten, die per Tablet-PC zugänglich sind. Die genauen technischen Spezifikationen würden derzeit erarbeitet, sagte Hildebrand. Fest steht, dass es sich um PDF-Versionen der Zeitschriften handeln wird, die den gedruckten Exemplaren entsprechen. Dabei soll das Mietprinzip für die digitalen Zeitschriften ebenso gelten wie für die Lesemappen. Das bedeutet, dass der LZ-Abonnenten einen zeitlich begrenzten Zugriff auf die digitalen Titel seiner Lesemappe erhält.

Zu den wirtschaftlichen Perspektiven des Lesezirkels für dieses Jahr äußerte Hildebrand sich zurückhaltend. "Prognosen dazu sind schwierig, weil die Preisstrategien der LZ-Unternehmen sehr unterschiedlich sind", sagte er. Hildebrand ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er das Geschäftsmodell des Lesezirkels für zukunftsfähig hält. "Die Veränderungen der Medienlandschaft, die insbesondere von den digitalen Angebote angetrieben werden, müssen wir genau beobachten, analysieren und, wo es möglich und sinnvoll ist, auch adaptieren", sagte er. "Dann besitzt der Lesezirkel gute Aussichten, seinen Platz zu behaupten."


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(sgo) 07.05.2013


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