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Eröffnung der Grosso-Jahrestagung: Vorsitzender Nolte fordert maßvolle Neuregelung der Handelsspannen

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Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Presse-Grosso, sieht seine Branche hartem Kostendruck ausgesetzt (Foto: Bundesverband Presse-Grosso)

Zum Auftakt der Jahrestagung des Bundesverbandes Presse-Grosso begrüßte am heutigen Vormittag (12. September) der 1. Vorsitzende Frank Nolte die Gäste aus Verlagen, Nationalvertrieben, Dienstleistungsunternehmen und Verbänden der Pressevertriebs- und Verlagsbranche sowie die Mitglieder des Grosso-Verbandes in Baden-Baden. In seiner Begrüßungsansprache ging Nolte auf die weiterhin rückläufige Entwicklung des Pressevertriebsmarktes ein, die für alle Beteiligten eine anhaltende Herausforderung darstelle. Er kündigte an, dass das Presse-Grosso ein Marktforschungsprojekt durchführen lassen werde, mit dem die Ursachen des Umsatzrückganges des Pressesortiments insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel ermittelt werden sollen.

Die Absage von sieben großen Verlagen, an der Tagung teilzunehmen, nachdem der Grosso-Vorstand den von ihnen vorgelegten Entwurf für die Neuregelung der Handelsspannen nicht wie gefordert noch vor der Tagung angenommen hatte, sprach Nolte lediglich am Rande an. "Schon aus formalen Gründen hätten wir den Vorschlag nicht annehmen können, weil dies ohne die Zustimmung unserer Mitglieder nicht möglich gewesen wäre", sagte er dazu. Er verwies darauf, dass die Verhandlungsdelegation des Grosso-Verbandes ihrerseits den Verlagen einen Vorschlag vorgelegte habe. "Ich bin zuversichtlich, dass eine Einigung möglich ist", meinte er mit Blick auf die weiteren Gespräche mit der Verlagsseite.

Zugleich warnte er die Verlage davor, das Presse-Grosso finanziell zu überfordern. Die Einführung des Mindestlohns und die große Nachfrage nach Logistikleistungen, die auf das Wachstum des E-Commerce zurückgehe, erhöhten den Kostendruck für den Pressegroßhandel, hob er hervor. "Auch die von den Verlagen geforderten Fusionen verursachen zunächst Implementierungskosten, bevor Kostenentlastungen erzielt werden können", sagte Nolte. Damit die Presse-Grossisten ihre Aufgaben für die Verlage, den Handel und die Endkunden erfolgreich erfüllen könnten, dürften die Betriebe darum nicht weiter belastet -, sondern sie müssten gestärkt werden."Das Presse-Grosso bietet eine Top-Systemleistung mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis", betonte Nolte.
Sein Bedauern äußerte er über die Absage derjenigen Presse-Grosso-Betriebe, an denen Verlage als Gesellschafter beteiligt sind, sich an einem bundesweiten Logistiknetzwerk des deutschen Pressegroßhandels zu beteiligen. Er lud die Unternehmen ein, ihre Haltung dazu zu überdenken. "Das Konzept für ein solches Unterfangen liegt vor und könnte zügig umgesetzt werden", sagte er.

Im Anschluss warf Dr. Michael Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der CDU/-CSU-Bundestagsfraktion, einen Blick auf die aktuelle politische Situation. Dabei ging er insbesondere auf die Problemfelder Energie, Digitalisierung und Facharbeitermangel ein. Zur Privilegierung des Pressegroßhandels durch die Novelle des Kartellgesetzes bekannte er sich ausdrücklich. "Diese Privilegierung ist gut begründet, aber die Begründung muss durch die tägliche Leistung auch beglaubigt werden", so Fuchs. Er verwies darauf, dass davon alle Marktteilnehmer profitierten. Fuchs: "Die Verlage können froh sein, ein solches Pressevertriebssystem zu haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie man im internationalen Vergleich sehen kann."

Mit den Perspektiven des Handels setzte sich dann Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Instituts für Handelsforschung, Köln, auseinander. In den Blick nahm er in seinem Vortrag vor allem die Umwälzungen des Einzelhandels, die das starke Wachstum onlinebasierter Versandhändler auslöse. Zudem schilderte er die Veränderungen im Kaufverhalten und den Kaufpräferenzen der Kunden. Diese spielen nach seiner Einschätzung eine große Rolle, wenn es um die Zukunftssicherung des Großhandels geht. "Der Großhandel wäre gut beraten, wenn er versuchte, ein tieferes Verständnis für die Wünsche und Bedarfe des Endkunden zu gewinnen", sagte er. "Nicht unbedingt, um mit dem Endkunden direkte Beziehungen aufzunehmen, sondern mit dem Ziel, diese Belange im Kontakt mit dem Einzelhandel stärker zu Geltung zu bringen."

Der öffentliche Teil der Jahrestagung des Presse-Grossos wird heute nachmittag mit weiteren Vorträgen sowie einer Podiumsdiskussion fortgesetzt.

Zur Absage der Verlage siehe auch:

Verlagsallianz sagt Teilnahme an der Grosso-Tagung ab

Grosso-Verband bedauert Absage der Verlage



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(sgo) 12.09.2017


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