Amazon bringt digitalen Kiosk nach Deutschland

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In den USA bietet Amazon betreits einen Newsstand für den Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften an/ Foto: Screenshot

Der Internet-Gigant Amazon plant einen Digitalkiosk zum Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland einzuführen. Mehrere Verlage und Dienstleister bestätigten gegenüber DNV, diesbezüglich Verhandlungen mit Amazon zu führen oder bereits abgeschlossen zu haben. Die Plattform soll unter dem Namen „Amazon Newsstand“ noch im Juni an den Start gehen und sowohl Einzelhefte als auch Abonnements anbieten. Wie viele Titel das Sortiment zu Beginn umfassen wird, ist derzeit noch unklar.

In den USA und Großbritannien betreibt Amazon bereits seit längerem einen solchen Newsstand. Darin finden sich unter anderem Titel wie die Financial Times, The Economist, das Time Magazine, die New York Times und die Washington Post. Die Titel werden dort nach verschiedenen Interessensgruppen angeboten, so z.B. „Cooking, Food & Wine“, „Sports, Recreation and Outdoors“ oder „Business & Investing“. Auch deutsche Zeitungen und Zeitschriften werden in dem Newsstand angeboten, darunter die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche.

Für internationale Titel scheint sich der Verkauf ihrer Produkte über den Amazon Newsstand zu lohnen. So berichtet die Financial Times von „signifikanten“ und stabilen Abo-Zahlen, wobei ein Großteil dieser Auflage in den USA verkauft werde. Zwar will die Zeitung keine konkreten Verkaufsdaten nennen, doch nach ihrer Erfahrung eignet sich der Digitalkiosk eher zum Verkauf von Abonnements als von Einzelheften.

Trotz der Vorteile, die ein Digitalkiosk von Amazon Verlagen bringen kann, gibt es auch kritische Stimmen aus dem deutschen Markt. So erklärte ein Manager eines Zeitungsverlages gegenüber DNV, dass die Kooperation mit Amazons Digitalkiosk mit einem „extremen Sampling-Programm“ verbunden sei – dass also große Menge an Freiexemplaren verteilt werden müssten – was die Angebote seines Verlags nur kannibalisieren würde. Zudem seien die dort verkauften Exemplare noch nicht IVW-meldefähig.

Ein Blick auf das US-Angebot zeigt, dass ein Magazin-Abonnement grundsätzlich mit einer kostenfreien Testphase von 30 Tagen verbunden ist und sich anschließend automatisch verlängert, solange der Bezug nicht gekündigt wird. Bei Zeitungen läuft diese Testphase 14 Tage lang.

Amazon selbst will sich zu dem geplanten Kiosk vorab nicht äußern.

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(wr) 16.06.2017


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