Frankreich: Presstalis steckt erneut in der Krise

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Der in Paris ansässige Nationalvertrieb Presstalis befindet sich offenbar in großen finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen, das rund 25.000 Presseverkaufsstellen in Frankreich mit nationalen Tageszeitungen und Magazinen beliefert, schreibt laut übereinstimmenden Medienberichten  wieder tiefrote Zahlen.

Wie die Fachpublikation Correspondance de la presse berichtet, stand allein im Jahr 2017 ein operatives Minus von 15 Millionen Euro unter dem Strich - eine Zahl, die Presstalis nicht bestätigt hat. „Die wirtschaftliche Lage ist defizitär, noch mehr als befürchtet“, wird Louis Dreyfus, Präsident der Gruppe „Le Monde“ und Direktor von Presstalis, in einem Beitrag der überregionalen Tageszeitung Libération zitiert. Insgesamt soll Presstalis laut Correspondance de la Presse Schulden in Höhe von 300 Millionen Euro angesammelt haben.

Am 6. Dezember hatte Presstalis deshalb angekündigt, ein Viertel der für die Verlage bestimmten Verkaufserlöse aus dem Pressehandel einzubehalten. Der Schritt soll für die notwendige Liquidität sorgen, um kurzfristig den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Diese Entscheidung führte zu großem Protest bei den Verlegern. Daraufhin leitete der Verwaltungsrat von Presstalis ein Schlichtungsverfahren mit dem Handelsgericht ein. Darüber hinaus ernannte das Unternehmen mit Michèle Benbunan eine neue Chefin, die im Januar einen neuen Umstrukturierungs-Plan präsentieren und zudem die Kräfte des Unternehmens auf seine Kernkompetenzen fokussieren soll: den Medienvertrieb.

Auch der Staat hat sich in das Ringen um die Zukunft von Presstalis eingeschaltet. Das Vertriebssystem der Presse wird durch das Bichet-Gesetz von 1947 geregelt, das den freien Zugang der Verleger zum Vertriebsnetz garantiert. Von den Verlagen wegen der Schwierigkeiten von Presstalis benachrichtigt, hat die Regierung im September Gerard Rameix, den ehemaligen Präsidenten der Finanzaufsichtsbehörde, mit der Ausarbeitung eines Lösungsvorschlags beauftragt.

Bereits 2012 hatte der französische Staat gemeinsam mit Presstalis und den Verlegern einen Plan zur Restrukturierung des Vertriebs ausgearbeitet, in den auch der Wettbewerber MLP einbezogen wurde (dnv-online berichtete). Um einen drohenden Konkurs abzuwenden, wurde damals knapp die Hälfte der Stellen abgebaut und eine Umstrukturierung des Pressevertriebs vorgenommen. Darüber hinaus stellte der Staat 35 Mio. Euro in Form von Darlehen und Subventionen zur Verfügung.




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(as) 11.01.2018


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