AMV lässt Bundeskartellamt die Handelsspannenregelung prüfen

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Wendet sich ans Kartellamt: Manfred Sinicki, Vorstandsvorsitzender des AMV (Bild: Frank Behrend)

Der in Hamburg ansässige Arbeitskreis Mittelständischer Verlage (AMV) hat beim Bundeskartellamt eine Anfrage eingereicht, um von der Behörde prüfen zu lassen, ob die Neuregelung der Handelsspannen, auf die die sieben Verlage der sogenannten Verlagskoalition und der Bundesverband Presse-Grosso sich Ende Februar geeinigt haben, wegen diskriminierenden Verhaltens rechtswidrig sei. Dies teilte der AMV heute (14.5.2018) mit.

Der AMV hatte bereits unmittelbar nach dem Abschluss Kritik an der Übereinkunft geübt, die auch für alle weiteren Verlage, die nicht an den Verhandlungen beteiligt waren, seit 1. März 2018 gilt, und sich eine rechtliche Prüfung vorbehalten. Seiner Einschätzung nach bevorzugen sowohl die Malusregel als auch andere Teile des Abkommens insbesondere die Titel der Verlagskoalition. Darüber hinaus seien Kostenfaktoren zu Lasten Dritter ausgehandelt worden, die zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit gehabt hätten, Einfluss auf die Verhandlungen zu nehmen.

Noch am 26. April 2018 habe der AMV, dem unter anderem der Jahreszeiten Verlag (Hamburg) und der Verlag Jahr Top Special (Hamburg) und der Panini-Verlag (Stuttgart) angehören, den Versuch unternommen, mit dem Vorstand des Bundesverbandes Presse-Grosso zu verhandeln, um bessere Bedingungen für kleinauflagige Titel zu erreichen, damit aber keinen Erfolg erzielt.

"Der AMV bedauert, dass dieser Schritt notwendig wurde, und überlässt es nun dem Kartellamt, die Sachlage zu beurteilen", hieß es seitens des AMV.

Die Verlagskoalition wies die Kritik des AMV an den Details der neuen Handelsspannenregelung zurück. Auf Anfrage von DNV-Online teilte die Verlagskoalition mit: "Die zwischen dem Bundesverband Presse-Grosso und der Verlagskoalition vereinbarten Handelsspannen bemessen sich durchgängig  an den wirtschaftlichen Parametern der einzelnen Titel. Sie wurden nicht nach Verlagen festgelegt. Somit wurde das System diskriminierungsfrei und fair auch für kleine Verlage gestaltet. Der AMV (sowie auch die PMV-Verlage) wurde während des gesamten Verhandlungsprozesses von der Verlagskoalition auf dem neuesten Stand gehalten."

"Wir kennen bisher nur den Pressebericht. Und der ist inhaltlich sehr dünn. Danach bleibt unklar, für welche Verlage oder NDs der AMV-Vorstand spricht und was die Akteure konkret beim Amt erreichen wollen", hieß es in einer Stellungnahme des Bundesverbandes Presse-Grosso über den Schritt des AMV. Zugleich betonte der Verband, dass er zur neuen Handelsspannenvereinbarung stehe. "Diese sichert den freien Marktzugang zu vergleichbaren und fairen Bedingungen. Es ist ein schlüssiges Gesamtpaket, von dem Magazine mit kleinen und mittleren Auflagen generell ebenso partizipieren. Denn nur die Zentralvereinbarung garantiert allen Partnern Planungssicherheit und Chancengleichheit. Die Branche steht nun in der Verantwortung, den mühsam erarbeiteten Konsens nicht aufs Spiel zu setzen."

 



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(sgo) 14.05.2018


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