Sonntag, 17. Dezember 2017

VDZ Distribution Summit: Denkanstöße für die Zukunft im Vertrieb

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Funke-Geschäftsführer Manfred Braun sprach über seinen Blick auf die Lage der Verlagsbranche und mahnte zu sachlicher Diskussion/ Foto: Presse Fachverlag

Der VDZ Distribution Summit stand in diesem Jahr ganz im Zeichen zweier Themen: neue Abo-Modelle und Ansätze zur Kundengewinnung und -bindung. Dazu hielt die Veranstaltung auch am zweiten Tag hochkarätige Redner bereit. Angefangen bei einer Bestandsaufnahme der Verlagsbranche, über Exkurse ins Musik-Business, bis hin zu Abo-Marketing und Kundenbindung wurden viele verschiedene Bereiche angesprochen.

Den Auftakt des zweiten Tages bildete Manfred Braun, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. Er sprach in seiner Keynote über den Status Quo in Verlagen und im Vertrieb, formulierte Thesen zur zukünftigen Entwicklung und gab den Anwesenden Empfehlungen mit auf den Weg. Dabei plädierte er dafür, sich stärker auf die eigenen Zielgruppen zu konzentrieren und bei der Produktentwicklung aus Sicht der Leser zu denken. „Hinhören, statt belehren“ lautet seine Devise. Zudem motivierte er die Anwesenden dazu, stets neue Magazinkonzepte auszuprobieren und dabei nicht das Risiko zu scheuen. „Scheitern ist keine Niederlage“, betonte Braun. Er schloss mit einer Formel, nach der Innovationen aus seiner Sicht umgesetzt werden sollten: „Die Zahlen folgen den Ideen. Wenn die Zahlen nicht gut sind, sollten sie ihre Ideen überdenken.“

Innovationen am Point of Sale


Präsentierte international Ansätze für P.o.S.-Promotion: Jim Bilton von Wessenden Marketing/ Foto: Presse Fachverlag

Anschließend betrat Jim Bilton die Bühne, Managing Director der britischen Unternehmensberatung Wessenden Marketing. Bilton präsentierte Studienergebnisse, die internationale Erfolgsrezepte für P.o.S.-Promotion von Zeitschriften zeigten. Von Sonderplatzierungen über Themenwelten bis hin zu Schaufensterdekorationen waren verschiedenste Ansätze darunter. Dabei zeigte er auch, welche Wünsche Konsumenten an die Präsentation von Zeitschriften haben. Gut bestückte und klar abgegrenzte Regale, thematisch und saisonal fokussierte Bereiche sowie die Möglichkeit in digitalen Angeboten zu stöbern (z.B. über einen integrierten Tablet-PC) sind nur einige Beispiele dafür.

Es folgte ein Exkurs in die Musik-Branche, als Experten des Musik-Streamingdienstes Deezer und des Hörbuch-Anbieters Audible über ihre Abo-Strategien berichteten. Im zweiten Teil dieses Tages standen dann Abo-Marketing, Kundenbindung und die neue EU-Datenschutzverordnung im Vordergrund. So sprach Martin Menkhoff, Leiter Madsack Market Solutions, über die Einführung der AboPlus-Karte und teilte erste Erfahrungen mit den Anwesenden. Ute Krogbäumker von Stiftung Warentest und Manfred Huber von BurdaDirect stellten neue Projekte im E-Mail-Marketing vor. Und Jörg F. Smid, Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht, erklärte, warum das neue Datenschutzrecht eine Herausforderung für Verlage wird.

Rede- und Kompromissbereitschaft gefordert

Auch am zweiten Tag des VDZ Distribution Summit nutzten die Teilnehmer Pausen zum Networking und Erfahrungsaustausch. Wenngleich deutlich weniger Personen als noch zu Beginn des Kongresses anwesend waren, so wurden die Vorträge und darin angesprochene Trends dennoch intensiv diskutiert. Immer wieder klangen dabei auch die jüngsten Ereignisse rund um die Handelsspannenverhandlung zwischen Presse-Grosso und Verlagen an. Ein Tenor war dabei, dass alle Beteiligten miteinander reden müssten, um eine tragbare Lösung für die Zukunft des Grosso-Systems zu finden. Nachdem bereits FUTURUM-Preisträger Michael Imhoff dafür plädiert hatte, ging auch Manfred Braun darauf ein. „Auch wenn diese Gespräche anstrengend und nervenaufreibend sind, müssen wir das Thema gemeinsam klären. Und lassen sie uns bitte alles tun, damit es nicht vor Gericht geklärt werden muss. Das wäre das Peinlichste für Verlage und für Vertrieb.“


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(wr) 12.10.2017


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