Mittwoch, 24. Oktober 2018

Nur leichter Umsatzrückgang im deutschen Lesezirkel

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Axel Walkenhorst, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel, bewertet die Zukunftsperspektiven der LZ-Branche positiv (Foto: Stefan Golunski)

Die rund 200 Lesezirkelbetriebe in Deutschland haben 2017 einen Umsatz von 181,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Das sind 2,6 Mio. Euro bzw. 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilte der Verband Deutscher Lesezirkel (VDL) auf seiner Pressekonferenz mit, die heute (16.5.) in Hamburg stattfand.

Neuerlich entfiel der weitaus größte Teil des Umsatzes, nämlich mehr als 90 Prozent, auf die Vermietung der Lesemappen. 164,5 Mio. Euro und damit 2,2 Mio. Euro weniger als 2016 (-1,3 Prozent) erlösten die LZ-Betriebe in diesem Geschäftsfeld. 

Das Geschäft mit der sogenannten Wirtschaftswerbung, die im wesentlichen Anzeigen auf Umschlägen sowie Beilagen umfasst, trug im vergangenen Jahr 16,8 Mio. Euro zum Umsatz bei, 400.000 Euro bzw. 2,2 Prozent weniger als 2016.

Der Vorsitzende des VDL, Axel Walkenhorst, der seit einem Jahr im Amt ist, bewertete die wirtschaftliche Entwicklung der Branche und ihre aktuelle Situation als zufriedenstellend. "Gerade im Vergleich zu anderen Vertriebssparten zeichnet der Lesezirkel sich durch annähernd stabile Erlöse und Auflagen aus", betonte er.

Die gegenwärtigen Herausforderungen beträfen vor allem die Kostenseite. Dazu zählen steigende Aufwendungen für Arbeit und Logistik. Darüber hinaus gehen nach Walkenhorsts Aussage die Kosten nach oben, die zur Akquisition speziell privater Kunden erforderlich sind. Zudem verlangen die Verlage sukzessive höhere Abgabepreise vom Lesezirkel. "Dass die Zahl der Lesezirkelbetriebe seit einigen Jahren zurückgeht, ist aber nicht etwa auf mangelnde Profitabilität zurückzuführen, sondern hängt vor allem mit Nachfolgeproblemen zusammen", erläuterte Walkenhorst. "Die meisten LZ-Unternehmen werden als Familienbetriebe geführt, jedoch hat die jüngere Generation vielfach wenig Interesse, das Geschäft zu übernehmen."

Die Ursachen für die robuste wirtschaftliche Lage des Lesezirkels sieht Walkenhorst in der Flexibilität, die die LZ-Betriebe ihren Kunden bei der Zusammenstellung der Lesemappen bieten, in der engen Kundenbindung, die durch den wöchentlichen Kontakt zwischen dem Zusteller und dem Lesezirkel-Abonnenten hergestellt wird, sowie in der weiterhin wachsenden Titelauswahl, die der Lesezirkel bietet. Insgesamt 333 verschiedene Zeitschriften zählen zum Angebot der deutschen LZ-Betriebe, mehr als jemals zuvor.

Für die Zukunft erwartet Walkenhorst einen leichten Rückgang bei Umsatz und Auflagen des Lesezirkels. "Unsere Branche kann sich von den übergreifenden Entwicklungen des Pressevertriebsmarktes nicht völlig abkoppeln", sagte er. "Grundsätzlich bin ich aber zuversichtlich, dass für gedruckte Zeitschriften auch weiterhin eine große Nachfrage bestehen wird – gerade auch im Lesezirkel."  



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(sgo) 16.05.2018


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