ANZEIGE

Spiegel-Verlag startet neues digitales Bezahlmodell

%%%Spiegel-Verlag startet neues digitales Bezahlmodell%%%

Stefan Plöchinger entwickelte mit seinem Team das neue Bezahlmodell und die Produktstruktur für den Spiegel. Das Digital-Abo vereint nun drei bisher separat vermarktete Produkte/ Fotos: dpa/picture alliance, Der Spiegel, Screenshot

Der Spiegel-Verlag führt heute (28. Mai) sein neues Paid-Content-Modell ein. Es läuft unter dem Namen Spiegel+ und ist als Flatrate angelegt, mit der Nutzer für monatlich 19,99 Euro Zugang zu einer Reihe von Produkte erhalten. Personen, die jünger als 30 Jahre sind, zahlen 11,99 Euro, also etwa 40 Prozent weniger.

In Spiegel+ enthalten sind das wöchentliche E-Paper des gedruckten Spiegel, die kostenpflichtigen Inhalte auf Spiegel Online sowie das neue Produkt Daily, das aus der digitalen Tageszeitung Spiegel Daily (rund 5.000 Abonnenten im Monatsschnitt, laut Verlag) hervorgeht. Vom Sinn her soll Daily eine tägliche Zusammenfassung des Weltgeschehens bleiben, allerdings nicht als eigenständiges Produkt, sondern als Push-Angebot der Nachrichtenseite für Apps, Messenger und Newsletter.

Der Ansatz: nutzerzentrierte Produktentwicklung

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel über das Verhalten und die Ansprüche unserer Nutzerschaft gelernt“, erklärt Stefan Plöchinger, Leiter Produktentwicklung der Spiegel-Gruppe und federführend bei der Ausarbeitung des neuen Bezahlmodells. „Davon profitieren die Leserinnen und Leser nun auch beim neuen Spiegel+. Das Angebot ist als Flatrate konzipiert und ermöglicht so einen einfachen Zugang zu allen Digitalinhalten des Spiegel und von Spiegel Online. Das neue Vertriebsmodell ist außerdem ein wichtiges Element unserer Strategie, die Digitalinhalte der Spiegel-Gruppe künftig besser zu monetarisieren. Wir werden diese Art der nutzerzentrierten Produktentwicklung konsequent weitergehen und auch Spiegel+ laufend optimieren.“

Plöchinger war Anfang des Jahres von der Süddeutschen Zeitung nach Hamburg zurückgekehrt, um das multimediale Produktportfolio des Verlags zu steuern und auszubauen. Damals sei die Produktstruktur des Spiegel im Digitalen noch relativ komplex gewesen und die Angebote hätten kaum einen inneren Zusammenhang gehabt.

Plöchingers Ansatz war es dann, zunächst die treuesten Lesergruppen sowie die bisher am besten monetarisierten Geschichten zu identifizieren. Zur Erinnerung: Der Spiegel nutzte online bis dato ein Bezahlmodell zum Einzelartikelverkauf auf Basis von LaterPay (rund 50.000 Euro pro Monat habe es eingebracht).

Zusammenarbeit beider Redaktionen

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde dann das Flatrate-Modell entwickelt. Barbara Hans, Chefredakteurin von Spiegel Online, erklärt dazu: „Schon heute bieten wir unseren Leserinnen und Lesern auf Spiegel Online einen ausgezeichneten Journalismus mit Analysen und Hintergrundberichten. Spiegel+ ergänzt das Angebot, es bietet noch mehr publizistische Tiefe. Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, welche Bezahlinhalte auf Spiegel Online besonders gut funktionieren. Das neue Spiegel+ baut darauf auf: Durch die Zusammenarbeit beider Redaktionen entsteht ein neues Angebot, das einen echten Mehrwert bietet für unsere Leserinnen und Leser.“

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ergänzt: „Durch Spiegel+ werden wir den Spiegel als digitales Nachrichtenmagazin noch einmal ganz neu inszenieren. Wir können große Erzählungen wie die Schulz-Story und Enthüllungen wie das Auto-Kartell oder Football Leaks noch leidenschaftlicher aufbereiten, nämlich multimedial und damit auch für eine junge Leserschaft attraktiv. Spiegel+ führt alle Stärken aller Redaktionen unseres Hauses zusammen und wird hoffentlich sowohl unsere treuen Leserinnen und Leser begeistern als auch neue an den Spiegel heranführen.“

Perspektive: Eine individualisierte Paywall

Das Angebot ist mit einer eigenen Seite in Spiegel Online integriert und auf der Homepage im Seitenkopf verlinkt. Der Verlag sieht sich nach dem Launch in einer Lernphase, in der immer wieder Anpassungen an einzelnen Stellschrauben des Modells vorgenommen werden sollen. So muss mit der Zeit beispielsweise noch festgelegt werden, über viele Geräte hinweg ein Digital-Abo gilt. Auch die Möglichkeiten von Social Media – und dort insbesondere Facebook – als Plattform für Vertriebsmarketing auf Artikelbasis sollen nach und nach ergründet werden.

Perspektivisch denke man zudem darüber nach, einen werbefreien Zugang zu Spiegel Online gegen einen Aufpreis im niedrigen bis mittleren Euro-Bereich anzubieten. Und laut Plöchinger wird auch über eine individualisierbare Paywall diskutiert, die Spiegel+ auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zuschneidet. Dies seien jedoch langfristige Überlegungen.


zurück

(wr) 28.05.2018


Druckansicht

Artikel empfehlen

DNV-Guide

DNV - DER NEUE VERTRIEB bringt Sie mit Experten von A wie Abogewinnung bis Z wie Zustellung zusammen. Profitieren Sie vom Know-how dieser Spezialisten. Mehr...





   



   



   



   



   



   



   



   



   



   



   



   
Die aktuelle Ausgabe


 

Zeitschriften-Suche

NEUMANN 2018

Handbuch für den Presse-Vertrieb und -Verkauf



Bestellung
Demo-Seiten


Weitere Publikationen
des Verlages


Weitere Webseiten