Emnid-Studie: Türkische Mitbürger nutzen weniger Printmedien

Die rund 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund haben einen deutlich geringeren Medienkonsum als die deutschsprachige Bevölkerung - das haben die Marktforscher von TNS Emnid in einer repräsentativen Telefonbefragung festgestellt. Vor allem Printmedien wie Zeitschriften und Tageszeitungen werden deutlich seltener in die Hand genommen als in der muttersprachlich deutschsprachigen Bevölkerung. Als Grund vermutet die Studie die Anzahl schlecht oder gar nicht lesefähiger Bürger in der älteren Migrantengeneration. Auffällig sei, so die Forscher, der hohe Anteil derjenigen, die überhaupt nicht oder seltener als einmal im Monat ein Printerzeugnis zur Hand nehmen.

Die Tageszeitung ist insgesamt in der untersuchten Zielgruppe allerdings das am zweithäufigsten genutzte Medium hinter TV: 60 Prozent lesen mindestens mehrmals die Woche eine Tageszeitung und selbst mehr als die Hälfte der jüngeren türkischen Mitbürger hat dieses Leseverhalten. Dabei lesen die 14- bis 29-Jährigen überwiegend deutschsprachige Tageszeitungen, während die älteren Jahrgänge türkischsprachige Printerzeugnisse bevorzugen. Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich hinsichtlich der Nutzung von Zeitschriften: Die 14- bis 29-Jährigen lesen überwiegend deutschsprachige Titel, die älteren überwiegend türkischsprachige Ausgaben.

Im TV bevorzugt muttersprachliche Angebote

In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen ist das Internet bereits das am zweithäufigsten genutzte Medium - zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen sind mehrmals wöchentlich online. „Hier werden deutschsprachige und türkischsprachige Angebote wie selbstverständlich genutzt. Wobei die zweite und dritte Generation türkischer Mitbürger deutlich mehr deutschsprachige Internetangebote nutzt“, erläutert Michael Voß, Senior Consultant bei der TNS Emnid Medienforschung.

Beim Fernsehen liegt der Konsum muttersprachlicher Angebote (fast 90 Prozent mehrmals die Woche) noch immer deutlich über dem der TV-Sender aus Deutschland liegt (ca. 70 Prozent) - selbst die jüngere Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen nutzt die türkischsprachigen Angebote genauso häufig wie die Deutschsprachigen.


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(is) 04.02.2010


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