Tamedia strauchelt im Print-Werbemarkt/ Investitionen in Bezahlmedien geplant

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Der Schweizer Verlag Tamedia hat 2018 ein Umsatzplus von 3,7 Prozent auf etwas mehr als eine Mrd. Schweizer Franken (etwa 890 Mio. Euro) erzielt. Der Zuwachs ergab sich aus den Akquisitionen der Basler Zeitung, Goldbach Group und Neo Advertising SA. Das Ebitda lag derweil mit rund 206 Mio. Schweizer Franken 16 Prozent unter Vorjahreswert.

Im Unternehmensbereich Bezahlmedien, in dem Tamedia seine kostenpflichtigen Tages- und Sonntagszeitungen bündelt, ging der Umsatz um 5,7 Prozent auf knapp 570 Mio. Schweizer Franken zurück. Dies sei auf den stark rückläufigen Print-Werbemarkt zurückzuführen, heißt es von Seiten des Verlags. Das Ebitda ging in dem Bereich gar um 42,7 Prozent auf rund 47 Mio. Schweizer Franken zurück, was laut Tamedia auf dreierlei zurückzuführen ist: erstens eine Wertberichtigung von 3.6 Mio. Schweizer Franken infolge des Konkurses des Werbevermittlers Publicitas, zweitens Schließungskosten der Print-Ausgabe von Le Matin und drittens rückläufige Ergebnisse in den Zeitungsdruckzentren.

Wachstum verzeichnete Tamedia hingegen bei den Pendlermedien bzw. in der Vermarktung und bei den Marktplätzen sowie Beteiligungen.

Tamedia Umsatzentwicklung 2018

GeschäftsfeldUmsatz (in Mio. CHF)Veränderung zum Vorjahr
Bezahlmedien553,2-5,6%
Pendlermedien/Vermarktung205,033,8%
Marktplätze/Beteiligungen252,57,4%
Gesamt1010,63,7%
Gelistet ist der Betriebsertrag gegenüber Dritten, Quelle: Unternehmensangaben

Der Werbemarkt ist für das Unternehmen traditionell wichtiger als der Lesermarkt. Von den gut 907 Mio. Schweizer Franken Umsatz im Mediengeschäft entfallen knapp 545 Mio. bzw. 60 Prozent auf den Werbemarkt und 251 Mio. bzw. 27,7 Prozent auf den Lesermarkt. Das Geschäft mit Werbung bliebt bei Tamedia mit einem Minus von 0,3 Prozent annähernd stabil, wobei sich in den Zahlen die oben genannten Übernahmen positiv auswirkten. Das Vertriebsgeschäft blieb 2,9 Prozent unter Vorjahreswert.

Der neben dem Mediengeschäft zweitgrößte Umsatzbringer für Tamedia sind die Druckerei-Aktivitäten. Der Umsatz um Druckgeschäft ging 2018 um 3,3 Prozent auf rund 52,6 Mio. Schweizer Franken zurück.

In den kommenden drei Jahren will der Verlag 30 Mio. Schweizer Franken in sein Kerngeschäft investieren. Zwei Drittel sollen im redaktionellen Bereich der Bezahlmedien eingesetzt werden, das verbleibende Drittel im kommerziellen Bereich. Tamedia will mit diesen Investitionen neue digitale Angebote lancieren, die den sich verändernden Ansprüchen und Gewohnheiten der Nutzer Rechnung tragen. Dabei sollen auch neue Technologien zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig kündigt der Verlag an, seine Unternehmensstruktur zu überprüfen. Ausgangspunkt dabei ist die Beobachtung, dass die derzeitigen Geschäftsfelder Bezahlmedien, Pendlermedien, Werbevermarktung und -vermittlung, digitale Marktplätze sowie Beteiligungen jeweils in verschiedenen Kontexten tätig sind. Ziel ist es, „optimale Voraussetzungen für Transparenz und Wachstum in allen Geschäftsfeldern mit ihren unterschiedlichen Kulturen zu erarbeiten“, so der Verlag. Das Projekt soll bis Sommer tragfähige Entscheidungsgrundlagen schaffen.



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(wr) 12.03.2019


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