Zeitungskongress 2010: Print als therapeutisches Medium?

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Auf dem Podium vertreten: Springer-Chef Mathias Döpfner
Es ist eines der zentralen Themen auf dem Essener Zeitungskongress - und sorgte gleich am ersten Tag für hitzige Diskussionen: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind für Verleger in der digitalen Welt unverzichtbar? Eigentlich sollte dazu Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) die politische Sichtweise darlegen, sie musste ihre Teilnahme aber kurzfristig absagen und wurde durch Staatssekretär Max Stadler (FDP) vertreten. Stadler bekräftigte die Ansicht des Ministeriums, dass es ein Leistungsschutzrecht für Verlage geben müsse. Bisher befinde man sich allerdings noch im Prozess der Meinungsfindung, bei dem die beteiligten Interessengruppen angehört werden. Abschließend zeigte sich Stadler zuversichtlich, dass Zeitungsverlage langfristig digitale Bezahlinhalte erfolgreich durchsetzen werden.
 
Protest gegen Rundfunkanstalten
 
Auf der folgenden Podiumsdiskussion empörten sich Zeitungsverleger über die Absicht der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, ihre Nachrichten über kostenlose Apps auf digitalen Endgeräten verfügbar zu machen. Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner sagte, dass solche Angebote nicht nur die wirtschaftliche Grundlage für Verlage bedrohen, sondern letztlich die Pressefreiheit und Meinungsvielfalt.

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust wies in diesem Zusammenhang auf die vergleichsweise geringen Nutzerzahlen der digitalen Angebote der Rundfunkanstalten hin. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher warnte vor einer Situation, in der Verlage bei einer zu starken öffentlich-rechtlichen Konkurrenz bald aus ökonomischen Gründen nicht mehr Lage sein könnten, die Wächterfunktion gegenüber der Politik wahrzunehmen.

Für die Zukunft der gedruckten Zeitung zeigte sich Schirrmacher aber zuversichtlich: Sie werde im ständigen Fluss aktueller Nachrichten bald zu einem „therapeutischen Medium“ werden, das weiterhin unerlässlich dafür ist, das Geschehen nach Relevanz einzuordnen. Digitale Medien wie Internet und mobile Endgeräte seien auch als Brückenmedien zu sehen, die junge Menschen an die gedruckte Zeitung heranführen können.

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(fm) 21.09.2010


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