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Umfrage zum Mindestlohn in der Zeitungszustellung: Wut auf den Gesetzgeber

Seit dem 1. Januar gilt der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. In der ohnehin gebeutelten Zeitungszustellung verursacht er Mehrkosten in Millionenhöhe. Doch nicht nur die Lohnhöhe - die im Rahmen der Stufenregelung für dieses Jahr zunächst noch 6,38 Euro pro Stunde beträgt -, sondern vor allem der zusätzliche Verwaltungsaufwand erzürnt die Verantwortlichen. Die Zustellgesellschaften müssen nun auf die täglichen Unwägbarkeiten vorbereitet sein und fürchten eine Flut von Einzelfällen, die allesamt manuell bearbeitet werden müssen.

Die sogenannte Durchführungsverordnung, die die konkrete Umsetzung des Mindestlohngesetzes erklärt, gibt es erst seit Dezember. Nicht einmal einen Monat hatten die Zustellorganisationen also Zeit, um neue Organisationsformen aufzubauen und ihre IT-Systeme darauf anzupassen.

DNV hat Verantwortliche aus Zustellgesellschaften nach ihren organisatorischen Veränderungen und den Mehrkosten befragt:


Frank Jansen, Geschäftsbereichsleiter Logistik NRW, Funke Mediengruppe

„Durch den Mindestlohn kommen Mehrkosten in Millionenhöhe auf uns zu. […] Wir müssen die Mehrkosten, die wir unseren eigenen Verlagen in Rechnung stellen, natürlich auch an die Fremdverlage weiterreichen.“


Dieter Maurer, Gesamtleiter Zustelllogistik Mittelbayerischer Verlag

„Der zusätzliche Aufwand in der Lohnabrechnung ist noch nicht zu beziffern. Von mehr als 100 Subunternehmern mussten wir eine Bestätigung zur Einhaltung des Mindestlohngesetzes einholen. Unsere Mehrkosten liegen nach derzeitigem Stand zwischen 28 und 32 Prozent.“


Mike Vette, Geschäftsführung Neue Westfälische Logistik

„Die genauen Zahlen über die wirtschaftlichen Folgen des Mindestlohns liegen noch nicht vor, wir rechnen jedoch mit erheblichen Mehrkosten im siebenstelligen Bereich.“


Jürgen Baldewein, Geschäftsführung Süddeutsche Zeitung Logistik

„Wir haben die Zustellbezirke bewertet und Regelarbeitszeiten je Bezirk ermittelt. Dafür mussten unsere IT-Systeme angepasst werden. […] Über die tatsächlichen Mehrkosten, die durch den Mindestlohn in der Zustellung entstehen, können wir derzeit noch keine validen Auskünfte erteilen.“


Michael Raubach, Geschäftsführer Gießener Anzeiger Vertriebs- GmbH

„Der Mindestlohn zwingt uns zur Umstellung vom Stücklohn auf einen Stundenlohn. […] Ich schätze, dass die Mehrkosten durch den Mindestlohn zwischen 15 und 20 Prozent der gesamten Logistikkosten liegen.“


Mehr Informationen zum Thema und die kompletten Statements bietet die neue DNV-Ausgabe, die am Donnerstag (22. Januar) erscheint.


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(fm) 20.01.2015


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