Mittwoch, 21. Februar 2018

Handelsblatt: Abgang von Gabor Steingart sorgt für weitere Furore

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Leitende Mitarbeiter der Handelsblatt Media Group um Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe (r.) zeigen sich besorgt über die Folgen des Abgangs von Gabor Steingart (l.)/ Fotos: Frank Beer

Der plötzliche Abgang von Gabor Steingart als Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group und als Herausgeber des Handelsblatts schlägt weiterhin hohe Wellen. Wie Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts, in der heutigen Ausgabe der Wirtschafts- und Finanzzeitung schreibt, haben er, Wirtschaftswoche-Chefredakteurin Miriam Meckel sowie die gesamte Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group sich in einem Brief an Verleger Dieter von Holtzbrinck gewandt und ihre „Sorgen über die möglichen Folgen dieses Schritts zum Ausdruck gebracht“.

Als Grund für das Schreiben nennt Afhüppe die Art und Weise, wie die Trennung von Steingart zustande gekommen war. Es sei der Eindruck entstanden „dass die plötzliche Trennung maßgeblich durch eine zu kritische Meinungsäußerung von Gabor Steingart im Morning Briefing forciert worden sei“. Gleichwohl schreibt er, dass die Redaktionen der Handelsblatt Media Group die Entscheidung von Verleger von Holtzbrinck respektieren.

Wie Spiegel Online derweil berichtet, seien in dem Schreiben darüber hinaus noch deutlichere Worte gefallen. So zitiert das Nachrichtenportal aus dem Brief, dass die Entscheidung, Steingart zu entlassen, aus Sicht der Chefredakteure und Geschäftsführung „weitere massive Schockwellen in die Handelsblatt Media Group“ sende. Zudem hieße es in dem Schreiben: „Dies ist aus unserer Sicht ein verheerendes Signal an die Redaktionen und das gesamte Haus: die Bestrafung für eine - wenngleich unbequeme - Meinung ist die sofortige Entlassung.“

Die DvH Medien von Verleger Dieter von Holtzbrinck hatte am vergangenen Freitag in einer offiziellen Mitteilung zwei Gründe für die Trennung von Steingart genannt. Zum einen habe es  „Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen“ gegeben. Zudem gab es offenbar eine „nicht generell, aber im Einzelfall unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards“.

Ob das Unternehmen nun einen Nachfolger für Steingart in den Positionen als Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group und als Herausgeber des Handelsblatts sucht, wollte es auf Anfrage von DNV nicht beantworten. Auch ließ der Verlag die Frage unkommentiert, ob die mit Steingarts Positionen verbundenen Aufgaben in der Zwischenzeit von einer anderen Person übernommen werden. Fest steht, dass Gabor Steingart sowohl in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts als auch auf Handelsblatt Online im Impressum nach wie vor in seinen ehemaligen Positionen geführt wird (Stand: 12.02.2018, 15:00 Uhr).


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(wr) 12.02.2018


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