Donnerstag, 21. Februar 2019

Skandinavische Länder liegen bei Paid Content vorn

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In Norwegen ist der Prozentsatz derer, die für Online-News zahlen, am höchsten. Auf Platz zwei folgt Schweden. Auch Finnland und Dänemark sind noch in den Top Ten. Deutschland rangiert mit acht Prozent im hinteren Drittel/ Foto: Reuters Institute for the Study of Journalism

Das Reuters Institut for the Study of Journalism der Universität Oxford hat seinen jährlichen „Digital News Report“ veröffentlicht. Dieser zeichnet ein aktuelles Bild der Lage in der weltweiten Nachrichtenindustrie. Basis dafür ist eine Anfang des Jahres durchgeführte Befragung von mehr als 74.000 Personen aus 37 Ländern.

Eine Erkenntnis des neuesten Berichts: Nachrichtenanbieter unternehmen verstärkt Anstrengungen, um Nutzer zum Zahlen für Online-Nachrichten zu bewegen – sei es durch Abonnements, Mitgliedschaften, Spenden oder Einzelartikelverkäufe. Besonders große Fortschritte seien dabei in den Skandinavischen Ländern zu beobachten. In Norwegen gaben 30 Prozent der Befragten an, für Online-Nachrichten zu zahlen – das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. In Schweden stieg der Anteil um sechs Prozentpunkte auf 26 Prozent, in Finnland um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil jener, die für Online-Nachrichten zahlen, bei acht Prozent – und damit lediglich ein Prozentpunkt über Vorjahreswert.

Die Vorreiter-Stellung Skandinavischer Länder ergibt sich laut den Studien-Autoren aus einigen strukturellen Vorteilen. Charakteristisch für diese Länder sei eine kleine Anzahl an Verlagen, die mit Nachdruck verschiedene Paywall-Ansätze vorantreiben. Sie agieren in wohlhabenden Gesellschaften, die den Wert von Nachrichten schätzen und in denen Abonnements traditionell stark verankert sind. Zudem bilden die Sprache und geringe Größe der Märkte hohe Markteintrittsbarrieren für ausländische Wettbewerber.

So kommt es, dass vor allem Zeitungsverlage aus Skandinavien in den vergangenen Jahren zu Vorbildern für die Monetarisierung von Online-Inhalten avanciert sind. Bekannte Beispiele für digital erfolgreiche Medienmarken sind Aftenposten aus Norwegen (100.000 Digital-Abonnenten), die Lokalzeitungen der Amedia-Gruppe (insgesamt 160.000 Digital-Abonnenten) sowie die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter (120.000 Digital-Abonnenten).

Zahlungsbereitschaft wächst

Der Digital News Report zeigt aber auch: Die Mehrheit des Nachrichtenkonsums findet global nach wie vor über kostenfreie Websites statt. Diese werden hauptsächlich über Werbung oder öffentliche Gelder finanziert. Zu beobachten seien derlei Angebotsformen vor allem bei jenen Unternehmen, die globale Medienmarken aufbauen wollen.

Verlagen weltweit dürfte jedoch eine weitere Erkenntnis der Studie Hoffnung schenken: Von denjenigen, die bisher noch nicht für Online-Nachrichten bezahlen, sagen 17 Prozent, dass sie dies wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwölf Monate tun werden. Damit liegt die Zahlungsbereitschaft unter Nicht-Zahlern zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

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(wr) 18.06.2018


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