Deutsche Post äußert sich zu Preispolitik in der Pressedistribution

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Die Abo-Zustellung über die Deutsche Post könnte für einige Titel ab 2019 mit deutlich höheren Kosten verbunden sein als bisher erwartet/ Foto: Fotolia

Die Deutsche Post hat zu den geplanten Preiserhöhungen in der Pressedistribution, durch die vor allem Tageszeitungen mit einem Gewicht von weniger als 140 Gramm erhebliche Mehrkosten als die ursprünglich vereinbarten 2,8 Prozent erwarten, Stellung bezogen. Aus einem Bericht von DNV war hervorgegangen, dass 2019 die Preise für niedrige Gewichtsklassen um bis zu 41,53 Prozent angehoben werden sollen. Dem Verlag 8. Mai, Herausgeber der jungen Welt, würden laut Geschäftsführer Dietmar Koschmieder Mehrkosten in Höhe von 90.000 Euro drohen.

Die Deutsche Post erklärt, angesprochen auf ihre Preispolitik: „Wir müssen die Preise im Bereich Presse Distribution ab dem nächsten Jahr leider aufgrund einer verschärften Kostensituation, vor allem durch steigende Lohn- und Transportkosten, aber auch wegen eines überproportional hohen Sendungsmengenrückgangs in diesem Segment, erhöhen. Dabei richten sich die Versandpreise – wie in anderen Bereichen auch – nach den jeweils anfallenden Kosten, die im leichtgewichtigen Bereich proportional zum Versandpreis höher sind als bei anderen Pressepublikationen.“

Der Konzern betont zudem, dass man sich „im Großen und Ganzen sehr wohl an die Preisvereinbarung von 2,8 Prozent“ halte. Diese Rechnung rührt daher, dass die Deutsche Post die Preise in der Pressedistribution auf 95 Cent gedeckelt hat (wodurch sich für Sendungsstücke ab 610 Gramm Preisvorteile ergeben), was dazu führt, dass die durchschnittliche Preiserhöhung über alle Gewichtsklassen hinweg bei eben jenen 2,8 Prozent liegt.

Koschmieder hatte diese Systematik dahingehend kritisiert, dass "ausgerechnet Tageszeitungen mit starkem Auflagenverfall von den 'Optimierungsmaßnahmen' gar nicht oder in deutlich geringerem Umfang betroffen" seien. Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger äußert Bedenken hinsichtlich der Benachteiligung bestimmter Titel: "Wir beobachten mit Sorge, dass die Preiserhöhung der DPAG vor allem Zeitungen mit geringerem Gewicht überproportional stark trifft."

Kritik am Vorgehen der Deutsche Post

Die Deutsche Post lässt mitteilen, man habe die Maßnahmen in den niedrigen Gewichtsstufen sowohl dem BDZV als auch dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) vorgestellt, sie mit ihnen diskutiert und abgestimmt. Wie von Verbandsseite zu hören ist, wurden die Maßnahmen jedoch erst auf Nachfrage kommuniziert, dabei weniger diskutiert als vielmehr präsentiert und insofern nicht abgestimmt, als dass die Verbände keinen Einfluss auf die festgelegte Preisentwicklung hätten nehmen können.

Wie aus mehreren Gesprächen mit der Verlags- und Verbandsseite zudem hervorgeht, stößt neben der Preissystematik an sich vor allem das Vorgehen des Konzerns auf Kritik. Dies war auch schon auf dem BDZV Vertriebsgipfel Anfang November in Köln ein Thema. Mario Lauer, Gesamtvertriebsleiter der Süddeutschen Zeitung und Vorsitzender im Vertriebsausschuss des BDZV, hatte in seinem Vortrag erklärt: "Sicherlich ist es immer denkbar, dass einzelne Branchen infolge struktureller Veränderungen kurzfristig in Ertragsnot kommen, wie es derzeit offenbar bei der Deutschen Post AG der Fall ist. Das kann aber kein Grund dafür sein, bestehende Vereinbarungen, wie die konkrete Zusage, die Steigerung der Preise im Jahre 2019 für alle Zeitungen bei 2,8 Prozent zu belassen, einseitig und ohne Vorankündigungen aufzukündigen. Wir erwarten deshalb von der Deutschen Post AG, dass sie die derzeit in den Markt gegebenen Preise überdenkt und die für das Jahr 2019 getroffene Vereinbarung einhält."

Bei der Deutschen Post scheint es für Nachverhandlungen oder Ausnahmelösungen wenig bis gar keinen Spielraum zu geben. „Selbstverständlich sprechen wir mit jedem Verlag, allerdings müssen auch wir darauf achten, dass wir wirtschaftlich arbeiten und die Preise unsere Kosten decken“, teilt der Konzern gegenüber DNV mit. Koschmieder vom Verlag 8. Mai hatte berichtet, eine Übergangsregelung für einen Härtefall wie den der jungen Welt wurde nach Angaben eines Kundenbetreuers der Deutschen Post AG vom Vorstand des Unternehmens entschieden abgelehnt.


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(wr) 30.11.2018


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