Mindestlohngesetz: NORDKURIER schafft 600 Vollzeitjobs für Zusteller

Der Mindestlohn hat den Neubrandenburger NORDKURIER zum Komplettumbau seiner Vertriebslogistik veranlasst. Anstelle von 1.500 Rentnern, Hartz-IV-Aufstockern sowie Mini- und Midi-Jobbern werden bis Jahresende noch 600 Vollzeitkräfte in der Zustellung tätig sein. Damit hat die durch das neue Gesetz dekretierte Umstellung des üblichen Stücklohns auf einen Zeitlohn ab dem 1. Januar 2015 – vor der Verlagen im ganzen Land graut – für den NORDKURIER keine Bedeutung mehr.

Für den NORDKURIER war klar, dass ein Mindestlohn zu erheblichen Mehrkosten in der Zustellung führen würde. Man taxierte die Mehrbelastungen durch einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde in verschiedenen Szenarien auf 3,4 bis 4,9 Mio. Euro pro Jahr. Auch bei unterstellten Ausnahmen für Zeitungszusteller ließen sich keine signifikanten Verbesserungen errechnen. Außerdem hatten die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg für Ausschreibungen in der Briefzustellung für Auftragnehmer bereits einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde vorgeschrieben.

Die Zukunft gehört dem Hybridzusteller

Es musste also gehandelt werden. Die acht Zustellgesellschaften des NORDKURIERS stellen neben den 72.000 Zeitungsabonnements auch für 4.000 Kunden täglich 160.000 Briefe zu. Der Hebel der Veränderung wurde bei der Arbeitsorganisation angesetzt. „Bisher liefen bei uns Zeitungs- und Briefzustellung in zwei unterschiedlichen Schienen, lediglich in kleinen Dörfern wurden beide Produkte zusammen zugestellt“, erklärt Lothar Kuhlmann (Bild), Geschäftsführer der Zustellvertriebsgesellschaften. „Heute trägt jeder Zusteller alles aus – wir haben jetzt den Hybridzusteller.“ Dafür werden die Zeitungen, Briefe, Anzeigenblätter und Werbebroschüren in Depots in größeren Orten abgelegt, von denen aus die Zusteller ihre Bezirke anfahren. Nahezu alle Zusteller werden dabei mit einem Dienstwagen ausgestattet.

Die Resonanz der Branche ist eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. „Wir haben den Mindestlohn von Anfang an kritisch gesehen und versucht, aus der neuen Situation das Beste zu machen“, resümiert Kuhlmann. „Nun betrifft er uns gar nicht mehr.“

Mehr Informationen zum Umbau der Zustelllogistik beim NORDKURIER bietet die heute (31.7.) erschienene DNV-Ausgabe.


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(fm) 31.07.2014


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