Axel Springer testet Zeitungsvertrieb mit Readly

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Michael Fischer lässt Readly nun auch für die Zeitungen von Axel Springer als digitalen Vertriebsweg testen/ Foto: Axel Springer SE

Die als Magazin-Flatrate bekannte Plattform Readly integriert die Tages- und Sonntagszeitungen von Axel Springer in ihr Portfolio. Testweise können Nutzer künftig auch auf die Bild, Bild am Sonntag, Welt, Welt am Sonntag und die B.Z. zugreifen. Der Preis der Flatrate bleibt bei 9,99 Euro pro Monat.

Michael Fischer, Geschäftsführer der Vertriebsorganisationen Sales Impact und Newspaper Impact von Axel Springer, erklärt: "Wir verfolgen eine klare Strategie für unsere Zeitungs- und Zeitschriftentitel, bei der es gedruckt wie digital um den zahlenden Leser geht. Mit dem Flatrate-Leseangebot von Readly testen wir einen weiteren digitalen Vertriebsweg und bauen so die Überallerhältlichkeit der Zeitungstitel der Bild- sowie der Welt-Gruppe für neue Lesergruppen aus."


Philipp Graf Montgelas, Geschäftsführer DACH und Chief Expansion Officer bei Readly / Foto: Magnus Glans

Philipp Graf Montgelas, Geschäftsführer DACH und Chief Expansion Officer bei Readly, zeigt sich optimistisch: "Wir betreten den deutschen Markt mit den Learnings aus unserem Heimatmarkt. In Schweden läuft das zusätzliche Geschäft mit Tageszeitungen seit drei Jahren erfolgreich." Man habe gelernt, dass zwei separate Produkte für Tageszeitungen und Magazine bei Nutzern nur für Verwirrung sorgen, weshalb die Titel von Springer in die Magazin-Flatrate integriert wurden.

Die Testphase für die Zeitungen von Axel Springer ist zunächst auf sechs Monate angelegt. Perspektivisch sollen weitere Zeitungen in die Plattform integriert werden. Basis dafür ist, dass die Titel sich an Endnutzer richten und käuflich zu erwerben sind.

Readly hatte bereits Mitte 2016 in einem Pilotversuch die Berliner Morgenpost aus der Funke Mediengruppe in die Plattform integriert. Damals wurde allerdings mit einem separaten Produkt gearbeitet, genannt ReadlyPlus, dessen Abo-Preis bei monatlich 19,98 Euro lag (DNV Online berichtete).

Grundsätzlich könne Readly auch für Lokalzeitungen Erlöspotenzial bieten, wie Montgelas mit Verweis auf die Erfahrungen im Heimatmarkt berichtet: "In Schweden sind es gerade die lokalen Zeitungen, die erfolgreich sind."


Mario Lauer, Gesamtvertriebsleiter Süddeutsche Zeitung / Foto: Robert Haas – Süddeutscher Verlag

Zu dem Vertriebsmodell von Readly hatte es in der Vergangenheit immer wieder auch Zurückhaltung und Kritik aus dem Zeitungsmarkt gegeben. "Flatrate-Modelle mit dem Ziel, ein möglichst breites publizistisches Angebot für einen überschaubaren monatlichen Bezugspreis bereitzustellen, halten wir für den falschen Weg", hatte Mario Lauer, Gesamtvertriebsleiter der Süddeutschen Zeitung, Mitte 2018 im Interview mit DNV gesagt.

Stefan Buhr, Leiter Lesermarkt und Vertrieb bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hatte zudem erklärt: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie es sich für vertriebserlösorientierte Premium-Content-Anbieter rechnen soll, seine Publikationen für wenige Cent anstatt für nennenswerte Beiträge zu verkaufen.


Stefan Buhr, Leiter Lesermarkt und Vertrieb, FAZ / Foto: FAZ

Dem Argument, dass damit neue Leserschaften erschlossen werden sollen, steht entgegen, dass es meist keinen Upsell-Pfad gibt, der beschritten werden könnte. Wenn behauptet wird, ein Engagement bei Readly habe keine sichtbaren Auswirkungen auf den Abo-Bestand eines Titels, würde ich einwenden, dass sich solche Veränderungen im Bestand sehr langsam vollziehen, aber dann unumkehrbar sind." Buhr fasste zusammen: "Die Inhalte der Verlage werden damit unter Wert verkauft."

Mongelas von Readly hält dagegen: "Die Bedenken bewahrheiten sich nicht. Insbesondere und gerade große Verlage wie Motorpresse Stuttgart oder der Finanzenverlag beobachten ihre Premium-Magazine auf unserer Plattform sehr genau. Grundsätzlich ist das Geschäftsmodell von Readly, das Streamen von Inhalten, nur begrenzt vergleichbar mit dem Verkauf einzelner Ausgaben, egal ob Print, digital oder als Abonnement. Wir sehen, dass das einfache Angebot für Nutzer, für 9,99 Euro alle Lieblingstitel in einer einzigen App zu haben, neue Zielgruppen zum Bezahlen von Inhalten motiviert. Daran verdienen wir alle, auch die Verlagspartner."



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(wr) 21.03.2019


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