Jahrestagung des Gesamtverbandes Presse-Grosso: Die Relevanz der Medien

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Hier findet im Jahr 2019 die Grosso-Jahrestagung statt: das RheinMain CongressCenter in Wiesbaden/ Foto: Peter Krausgrill

Der öffentliche Teil der Jahrestagung des Gesamtverbandes Pressegroßhandel bot am Dienstagnachmittag (17. September) ein vielfältiges Programm. Zunächst berichtete der Weinexperte und Verleger Ralf Frenzel, der in Wiesbaden den Verlag Tre Torri betreibt, in dem Bücher für Wein, Kochen und kulinarische Genüsse erscheinen, über seine Passion, aus der er einen Beruf gemacht hat.

Die prägende Wirkung, die das Bauhaus noch heute auf die Gestaltung von Zeitungen und insbesondere Zeitschriften ausübt, analysierte der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Patrick Rössler in seinem Vortrag.

Wie man mit nur scheinbar verrückten Ideen eine Karriere Medienschaffender bestreitet, berichtete Oliver Wurm, der als Verleger unter anderem das Grundgesetz als Magazin ersann und publizierte.

Den fachlichen Höhepunkt des Nachmittags bildete die abschließende Diskussionsrunde, in der Florian Gless, Chefredakteur des Sterns, Carsten Knop, Chefredakteur Digitale Produkte der FAZ, Franca Lehfeldt, Politikreporterin bei RTL und NTV, Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke-Zentralredaktion, sowie Oliver Wurm unter der Moderation von Claus Strunz über die Frage debattierten, ob und auf welche Weise die Nachrichtenmedien die Fähigkeit, Themen  und Debatten im gesellschaftlichen Diskurs zu lancieren, zurückerobern könnten.

Angesichts des Vertrauensverlustes beim Publikum, mit dem viele Medien zu kämpfen hätten, setzt Franca Lehfeldt darauf, die Akteure aus der Politik den Zuschauern in nahbarer Weise zu präsentieren, ohne dabei die politischen Inhalte und Kontroversen auszublenden. "Man kann sich als Journalist Politikern in einer Weise nähern, dass damit das Interesse der Zuschauer geweckt wird", sagte sie. "Die politischen Themen treten dabei nicht in den Hintergrund, sie werden lediglich anders erzählt."

Jörg Quoos warnte die Journalisten insbesondere davor, die Leser belehren zu wollen. "Das Publikum reagiert allergisch auf den Eindruck, dass es einer Gehirnwäsche unterzogen werde", sagte Quoos. "Stattdessen sollten wir die Leser in die Lage versetzen, sich ein eigenes Urteil zu bilden."

Florian Gless unterstrich die Nähe zu den Lesern bei der Themenwahl. "Es ist wichtig, Themen aus der Lebenswelt unserer Leser aufzugreifen, statt nur danach zu schauen, was andere Medien behandeln", empfahl er.

Oliver Wurm seinerseits plädierte dafür, Themen oder Äußerungen, die in sozialen Medien für Widerhall sorgen, nicht unbesehen zum Gegenstand der journalistischen Berichterstattung zu machen. "Die wichtigste Qualität der Medien ist die Recherche, die sie betreiben: Was sie berichten, muss stimmen", so Wurm. "Dahinter muss die Geschwindigkeit, mit der Nachrichten verbreitet werden, zurückstehen."

Den Abschluss des öffentlichen Teils der Jahrestagung des Gesamtverbandes Pressegroßhandel bildete eine Verkostung von Weinen von Winzern der Region, die Ralf Frenzel ausgewählt hatte.

Dienstagabend fand zudem der Grosso-Treff statt, zu dem die Presse-Grossisten ihre Partner aus Verlagen und Nationalvertrieben, Dienstleistungsunternehmen des Pressevertriebs sowie den weiteren Spartenverbänden des Pressevertriebs geladen hatten.

Am heutigen Mittwoch (18. September) folgt die Mitgliederversammlung des Gesamtverbandes Pressegroßhandel.

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(sgo) 18.09.2019


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