Dienstag, 07. April 2020

Ludwig-Filiale Leizig: FAZ-Kommentar zur Schließung

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"Freiheitsrechte" lautet die bezeichnende Überschrift des ausgesprochen lesenswerten Kommentars von Michael Hanfeld auf der Medien-Seite der FAZ vom 25. März 2020 zur Schließungsaktion des Leipziger Ordnungsamtes für die Bahnhofsbuchhandlung Ludwig. Der FAZ-Medien-Experte arbeitet in seinem Kommentar sauber heraus, wie respektlos und zugleich kleinkariert die Leipziger Ordnungsämtler*Innen denken und handeln: Respektlos gegenüber dem Grundgesetz und kleinkariert gegenüber den Bürger, die nun wieder Presse-Artikel wie Zeitungen und Zeitschriften kaufen dürfen - aber halt keine Bücher.

Hinter dieser "Geisteshaltung" des Leipziger Ordnungsamtes steckt die in politischen Kreisen weit verbreitete "Denke", den (oder besser gesagt alle) Bürger vor Fehlentscheidungen jedweder Art schützen zu müssen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Bürger in Deutschland deutlich mündiger als die Politik zu glauben scheint.

Michael Hanfeld legt den Finger noch in eine weitere politische Wunde: die ungleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen deutsche Medien-Häusern und den Internet-Giganten. Beispiele gibt es zuhauf: Die beiden Medien-Häuser Burda und Funke sahen keine Chance, ihr Medien-Portfolio gemeinsam zu vermarkten. Axel Springer durfte seinerzeit nicht die TV-Gruppe ProSiebenSat.1 kaufen.

Die Ursache dafür liegt nicht beim Bundeskartellamt in Bonn, sondern ist im politischen Raum in Berlin und in Brüssel zu finden: das deutsche und das europäische Wettbewerbsrecht bedarf dringend einer Ausrichtung auf die realen Wettbewerbsbedingungen.



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(ps) 25.03.2020


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