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Vorarlberger Nachrichten starten Bezahlportal – ein Paid-Content-Case aus Österreich

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Russmedia setzt bei der Digitalstrategie der Vorarlberger Nachrichten auf zwei Pfade: Einerseits zielt das neue Premium-Portal vn.at (im Bild) auf zahlende Leser mit hoher Smartphone-Affinität. Andererseits wird parallel ein werbefinanziertes Reichweitenportal weiterbetrieben/ Foto: Screenshot

Die Vorarlberger Nachrichten (VN) sind eine lokale Tageszeitung, die vom international agierenden Verlag Russmedia in Österreich herausgegeben wird. Laut Unternehmensangaben erreichen die VN pro Ausgabe zwischen 150.000 und 160.000 Leser. Das E-Paper zählt rund 8.000 Abonnenten - etwa 15 Prozent des Gesamt-Abonnements. Im Zuge der Digitalisierung ist Russmedia nun den nächsten Schritt gegangen und hat unter der Marke ein Premium-News-Portal gestartet, dessen Inhalte zahlenden Abonnenten vorbehalten sind.

Die Website vn.at wurde neu aufgesetzt und wird parallel zum bereits bestehenden Reichweitenportal vol.at betrieben. Nutzer von vn.at können die Startseite kostenfrei ansteuern, müssen jedoch anschließend zum Lesen fast aller Inhalte ein Abonnement abschließen(ausgenommen ist der News-Ticker mit Kurznachrichten). Neukunden bezahlen nach einem Gratis-Monat den von Streaming- und Flatrate-Diensten bekannten Preis von monatlich 9,99 Euro. Bestehende Kunden der VN können die Inhalte mit einem Upgrade für monatlich 2,30 Euro (nach dem ersten Jahr 3,99 Euro) freischalten.


Gerold Riedmann, Geschäftsführer Russmedia Österreich und Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten/ Foto: Russmedia

Das Premium-Portal vn.at wurde von Russmedia mit dem Ziel entwickelt, neue Zielgruppen für sich zu gewinnen. So erklärt Gerold Riedmann, Geschäftsführer von Russmedia Österreich und gleichzeitig Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten: "Das Premium-Portal vn.at ist für all jene gemacht, deren Dreh- und Angelpunkt des digitalen Lebens längst das Smartphone geworden ist. Die Erzählformen von vn.at richten sich also an eine neue, jüngere Leserschaft. Die Leser stehen an allererster Stelle." Entsprechend wurde auch das Angebot gestaltet: "Wir verhalten uns am Smartphone so, wie es für digitale Angebote außerhalb des Journalismus längst völlig normal ist: Abos werden mit PayPal bezahlt, können jederzeit gekündigt werden und kosten zehn Euro pro Monat. So kennt man das von Netflix, Spotify & Co."

Die größten Wachstumsmöglichkeiten sieht der Verlag im Segment der unter 40-Jährigen. Entsprechend sind die Inhalte ausgewählt und aufbereitet: "Weniger Bienenzüchterverband, weniger Funktionäre, mehr echtes Leben", fasst Riedmann zusammen. Die Inhalte werden von der Redaktion der Vorarlberger Nachrichten erstellt, die unabhängig von der Redaktion des Reichweitenportals vol.at arbeitet.

Mit dem Start des neuen Premium-Portals ändern sich auch die redaktionellen Abläufe. "Die Änderungen im Ablauf der Redaktion kommen einem Paradigmenwechsel gleich: alle Beiträge werden zuallererst für vn.at digital erstellt. Aus dem digitalen Bouquet von vn.at wird in einem weiteren Schritt die gedruckte Zeitung produziert", berichtet Riedmann.

Zudem werden die Paid-Inhalte in einem Feed von vol.at eingebunden. Auch dies war eine strategische Entscheidung, wie Riedmann erklärt: "Abonnements müssen dort generiert werden, wo heute schon Reichweite und Traffic-Volumen sowie eine hohe Wiederbesuchsquote steht. Für manch einen Verlag ist das Facebook, für uns glücklicherweise vol.at."

Das Portal soll davon abgesehen mit dem gleichen Ansatz wie bisher weitergeführt werden – ein auf Reichweite optimiertes, werbefinanziertes Gratis-Digitalangebot. Die Themen werden laut Riedmann "boulevardesker" aufbereitet als bei vn.at, auch die Nachrichtengewichtung ist eine andere.


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(wr) 21.03.2019


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