Strategiewechsel: Pearson veröffentlicht künftig „digital first“

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Baut Pearson zu einem Bildungsunternehmen mit hohem Digital-Anteil um: CEO John Fallon/ Foto: Alex Rumford

Der britische Bildungsverlag Pearson kündigt einen Strategiewechsel an. Künftig sollen die Lehrbücher für die höheren Bildungsstufen in den USA „digital first“ publiziert werden. Das bedeutet, dass Pearson die Neuauflagen von rund 1.500 Titeln nur noch digital veröffentlicht und aktualisieren will. Dahinter steht die Idee eines Product-as-a-Service-Modells, wie es auch von Software-Unternehmen oder in der Gaming-Industrie eingesetzt wird.

"Die Schüler erwarten leichter zugängliche und erschwinglichere Hochschulmaterialien, wobei fast 90 Prozent digitale Lehrmittel nutzen", erklärt John Fallon, CEO von Pearson. "Wir haben unser Geschäftsmodell geändert, um Studenten erschwingliche, praktische und personalisierte digitale Materialien zur Verfügung zu stellen. Mit unserem Digital-First-Modell sinken die Preise für Studenten und mit der Zeit steigen unsere Einnahmen. Indem wir den Studenten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, haben sie weniger Gründe, sich sekundären Märkten zuzuwenden."

Laut Pearson soll der durchschnittliche Preis für ein E-Book künftig bei 40 Pfund liegen. Für ein gedrucktes Lehrbuch mussten bisher durchschnittlich 60 Pfund bezahlt werden. Zudem soll es Pakete aus digitalen Lernmaterialien für 79 Pfund geben.

Die digitale Transformation ist eine der drei zentralen strategischen Stoßrichtungen des Unternehmens. Noch zu Beginn des Jahrzehnts lag der Digitalanteil am Umsatz bei etwa einem Drittel. Damals gehörten noch die Financial Times sowie die 50-prozentige Beteiligung am Economist zu Pearson. Beide wurden 2015 verkauft. 2017 gab das Unternehmen einen Teil seiner Anteile am Buchverlag Penguin Random House an Bertelsmann ab. 

2018 hatte Pearson bereits rund 62 Prozent des konzernweiten Umsatzes mit Digitalangeboten erzielt. Im Markt für weiterführende Schulmaterialien in den USA kamen 55 Prozent des Umsatzes aus dem Digitalportfolio. Nordamerika ist in Summe mit einem Umsatzanteil von 67 Prozent der wichtigste Markt für Pearson.

Anstatt auf dem traditionellen Verlagsgeschäft legt Pearson seinen Fokus heute auf neue digitale Bildungsangebote. Mit Revel wurde eine digitale, interaktive Lernplattform geschaffen, die bewusst darauf ausgelegt ist, das Print-Lehrbuch zu ersetzen. Seit Anfang Juli kann Revel auch über Amazons Sprachassistentin Alexa genutzt werden. Für den Herbst kündigte Pearson zudem eine neue App namens Aida an, die auf Basis künstlicher Intelligenz Schüler beim Lernen unterstützen soll.

Nachdem der Gesamtumsatz von Pearson 2018 erneut rückläufig war (-8,5 Prozent auf rund 4,1 Mrd. Pfund), soll sich die Erlössituation 2019 stabilisieren und ab 2020 soll der Umsatz wieder steigen. Dabei soll neben der digitalen Transformation und Investitionen in Wachstumsmärkte auch ein Sparprogramm helfen. Dieses wurde 2017 aufgesetzt und soll bis Ende 2019 zu Einsparungen in Höhe von 300 Mio. Pfund führen.



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(wr) 17.07.2019


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