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Bundeskartellamt genehmigt Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung an Bauer

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Die Bauer Media Group darf sämtliche Anteile an der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung von DuMont übernehmen. Das Bundeskartellamt hat das Vorhaben genehmigt. Zur Unternehmensgruppe der regionalen Tageszeitung aus Halle an der Saale gehören auch zwei Anzeigenblätter, eine Druckerei sowie Logistikunternehmen. Bauer gehören bereits die Magdeburger Volksstimme sowie dazugehörige Anzeigenblätter in Sachsen-Anhalt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, erklärt: „Das Zusammenschlussvorhaben ist aus kartellrechtlicher Sicht nicht bedenklich. Die Verbreitungsgebiete der Volksstimme und der Mitteldeutschen Zeitung überschneiden sich nicht. Sie grenzen vielmehr in den Landkreisen Harz, Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld aneinander an. Die beiden Zeitungen stehen praktisch in keinem Wettbewerbsverhältnis um dieselben Leser. Auch auf den betroffenen Anzeigen- und Hörfunkmärkten kommt es aufgrund der mangelnden geografischen Überschneidungen zu keiner Behinderung des Wettbewerbs.“

Im Lesermarkt sind sich die regionalen Tageszeitungen sehr ähnlich. Im vierten Quartal lag die Verkaufsauflage beider Titel bei durchschnittlich rund 150.000 Exemplaren pro Erscheinungstag. Bei der Volksstimme gingen 139.000 Exemplare an Abonnenten, 5.500 Zeitungen wurden im Einzelverkauf abgesetzt. Der Rest waren Sonstige Verkäufe. Die Mitteldeutsche Zeitung hatte der IVW zum Jahreswechsel 136.000 Abonnements gemeldet. Im Pressehandel gingen 3.000 Exemplare je Erscheinungstag über den Tresen.

Die Bauer Media Group produziert und vertreibt vor allem Publikumszeitschriften im In- und Ausland, hält Funk- und Fernsehbeteiligungen und vermarktet Werbeplätze in ihren Medien. Die Volksstimme, die im Norden Sachsen-Anhalts erscheint, war bislang die einzige regionale Abonnement-Tageszeitung im Produktportfolio. Darüber hinaus gibt der Verlag Anzeigenblätter wie General-Anzeiger, Elbe Kurier und Ohre Kurier im Norden Sachsen-Anhalts und in einzelnen Landkreisen Niedersachsens heraus. Das Verbreitungsgebiet der Mitteldeutschen Zeitung liegt im Süden Sachsen-Anhalts: Dort erscheinen neben der Tageszeitung auch die Anzeigenblätter WochenSpiegel und SuperSonntag sowie das lokale Stadtmagazin Aha alles Halle.

Das Bundeskartellamt, heißt es erklärend aus Bonn, dürfe im Rahmen der Fusionskontrolle Zusammenschlüsse nur danach bewerten, ob durch die Fusion der Wettbewerb auf den betroffenen Märkten erheblich behindert würde. Bei Fusionen von Zeitungsverlagen würden hierbei die Auswirkungen sowohl auf den Leser- als auch auf den Anzeigenmärkten untersucht. Zwar stellten die Auswahlmöglichkeiten der Leser durchaus ein Kriterium der Fusionskontrolle dar, die Meinungsvielfalt als solche ließe sich nicht als eigener Bewertungsmaßstab heranziehen.

Der Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung war Teil einer Portfolio-Überprüfung bei DuMont, in dessen Verlauf sich die aus Köln stammende Mediengruppe auch von der Berliner Zeitung und der Hamburger Morgenpost getrennt hatte.

Lesen Sie dazu auch:

Käufer für die Hamburger Morgenpost gefunden (6. Februar 2020)

DuMont verkauft Berliner Verlag (17. September 2019)



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(jf) 13.02.2020


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