DuMont verkauft Berliner Verlag

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Das Feratti-Gebäude, Sitz des Berliner Verlags/ Foto: DuMont Mediengruppe

Die DuMont Mediengruppe trennt sich von einem Teil ihres Regionalzeitungsgeschäfts. Der Berliner Verlag (u.a. Berliner Zeitung, Berliner Kurier) wird an Silke und Holger Friedrich verkauft, teilt das Unternehmen mit. Es ist der erste Schritt im Rahmen der Portfolio-Überprüfung des Regionalmediengeschäfts, die DuMont Anfang des Jahres eingeleitet hatte. Der Prozess soll wie geplant noch bis Ende des Jahres andauern, heißt es von Seiten der Mediengruppe. Zur Zukunft der Hamburger Morgenpost, der Zeitungen in Köln sowie der Mitteldeutschen Zeitung in Halle wurden bisher keine Angaben gemacht. DuMont hatte den Berliner Verlag 2009 von der Mecom Group des britischen Finanzinvestors David Montgomery übernommen.

Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Berliner Verlag soll laut Plan in die Holding der Familie Friedrich überführt werden. Geplant sei, dass der Berliner Verlag unter den neuen Eigentümern weiterhin die Services der DuMont Medien- und Management-Services als Dienstleistungen bezieht und man das Zeitungshaus gemeinsam entwickeln werde.


Silke und Holger Friedrich, künftige Eigner des Berliner Verlags/ Foto: Jens Roetzsch

„Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern“, erklärt Holger Friedrich. „Mit konsequent digital ausgerichteten Angeboten und einer tiefgehenden Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen, möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und mit den Lesern stärker in Kontakt treten, als dies bisher der Fall ist.“ 

Die Prioritäten des neu zu formierenden Teams aus Verlegern und Mitarbeitern soll auf "der Auswahl der Themen, der Qualität der Recherchen und der damit notwendigen Unabhängigkeit im Meinungsbildungsprozess sowie in einer auf modernen Technologien basierenden Publikation" liegen, heißt es in einer Mitteilung.


Trennen sich von einem Teil ihres Regionalmediengeschäfts: Christian DuMont Schütte und Isabella Neven DuMont/ Fotos: DuMont Mediengruppe

Christian DuMont Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender von DuMont, sagt: „Das Team in Berlin hat in den vergangenen zehn Jahren innovative Lösungen für den Medienmarkt der Hauptstadt entwickelt und insbesondere die Berliner Zeitung als feste publizistische Größe in der Stadt verankert. Wir freuen uns, den Verlag jetzt in die Hände von Berlinern zu übergeben, die diese Arbeit mit dem Team fortführen und weiter in die Zukunft des Verlages investieren wollen.“ 

Dr. Christoph Bauer, CEO von DuMont, ergänzt: „Unsere Portfolio-Überprüfung ist komplex. Unser Ziel ist es, die beste Lösung für unsere Mitarbeiter, unsere Publikationen und die Standorte zu erarbeiten. Dabei prüfen wir sehr genau die Optionen, die jeder einzelne Standort hat. Dass die neuen Eigentümer den Berliner Verlag nachhaltig fortführen und weiterentwickeln wollen, hat uns überzeugt und final den Ausschlag gegeben.“

Silke Friedrich erklärt die Motivation für den Kauf: „Wir verstehen diesen Schritt als zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten und freuen uns auf diese Aufgabe sowie die Zusammenarbeit mit dem Team. Wenn wir als Team aus Verlegern und Journalisten die Freude am Diskurs als Herausforderung annehmen, wird es uns gelingen, diese Begeisterung auf unsere Leser zu übertragen.“

Silke Friedrich leitet die Berlin Metropolitan School, die laut Unternehmensangaben mit über 1.000 Schülern die größte internationale Schule Berlins und zudem die älteste international orientierte Bildungseinrichtung im Ostteil der Stadt ist. Zusammen mit Ralf Regitz, Gründungsmitglied und Organisator der Loveparade, hat sie das ewerk saniert und neu am Markt positioniert. Nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin hatte Silke Friedrich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert.

Holger Friedrich studierte nach dem Abitur und einer Berufsausbildung Germanistik und Informatik an der Universität Potsdam. Nach seinem Studium baute er er ein Software-Technologieunternehmen auf, das er 2003 an SAP verkaufte. Von SAP wechselte er als Partner zur Unternehmensberatung McKinsey & Company und nachfolgend als Vorstand zur Software AG. 2009 gründete er den Technology Think Tank CORE, der laut Lünendonk-Report zu den schnellst wachsenden Institutionen seiner Branche gehört.

Silke und Holger Friedrich sind verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder.


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(wr) 17.09.2019


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