SWMH kündigt Investitionsprogramm und Stellenabbau an

%%%SWMH kündigt Investitionsprogramm und Stellenabbau an%%%

Christian Wegner hatte Mitte 2018 Dr. Richard Rebmann als Vorsitzenden der Geschäftsführung der SWMH abgelöst. Nun beginnt der frühere Digitalvorstand von ProSiebenSat.1, den Konzern nach seinen Vorstellungen weiterzuentwickeln/ Foto: Dirk Bruniecki

Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH, u.a. Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Nachrichten) mit Hauptsitz in Stuttgart plant in den kommenden zwei Jahren mehr als 100 Mio. Euro zu investieren. Führungskräfte haben in Townhall Meetings am 9. Oktober eine Unternehmensstrategie vorgestellt, die sich auf „Wachstum, den Ausbau digitaler Angebote und eine wettbewerbsfähigere Aufstellung“ konzentriert, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Man reagiere damit auf die rückläufigen Print-Auflagen und Einbrüche im Werbemarkt.

Als Ziele der neuen Strategie werden „hohe Qualität, langfristige Wirtschaftlichkeit und konsequente Kundenorientierung“ genannt. Ein Mittel dazu soll eine verstärkte bereichs- und standortübergreifende Zusammenarbeit sein. Man wolle die Verzahnung von Print- und Digitalredaktionen fördern sowie einzelne Redaktionseinheiten, das Produktmanagement und Service-Einheiten schrittweise zusammenführen, heißt es von Konzernseite. Bis Ende 2020 gehe man von einem Stellenabbau in jeweils zweistelliger Höhe in den Unternehmensbereichen Süddeutscher Verlag, Medienholding Süd und der SWMH selbst aus. Dieser soll „überwiegend sozialverträglich“ umgesetzt werden. Weiterhin wolle man gezielt auf die Förderung von Frauen und Nachwuchskräften setzen und sich inhaltlich stärker im Bereich Nachhaltigkeit engagieren. Insgesamt beschäftigt der Konzern heute rund 5.500 Mitarbeiter.

Der Anspruch: "Abo-Marktführer" werden

„Wir wollen mit allen Verlagen weiterhin Top-Journalismus anbieten und im deutschsprachigen Raum Abo-Marktführer für Qualitätsmedien und Fachinformationen werden“, sagt Christian Wegner, CEO der SWMH. „Zugleich investieren wir in passende Wachstumsfelder, um unabhängiger von den sinkenden Werbeeinnahmen zu werden. Wir wollen in der Gruppe stärker miteinander kooperieren und unsere Arbeitsabläufe und Effizienz kontinuierlich verbessern.“

Die SWMH war in den vergangenen Jahren vor allem durch Unternehmenszukäufe gewachsen und hatte ihren Umsatz auf rund 939 Mio. Euro im Jahr 2017 steigern können. Gleichwohl konnte sich der Konzern den allgemeinen Marktentwicklungen nicht entziehen: Der Werbeumsatz war trotz Zukäufe konstant rückläufig, im Vertrieb wurde vielerorts absatzseitig ein Rückgang verzeichnet, wenngleich umsatzseitig durch Preiserhöhungen entgegengewirkt werden konnte. Dadurch ist der Vertrieb zur wichtigsten Umsatzsäule für die SWMH geworden, mit Erlösen in Höhe von knapp 334 Mio. Euro in 2017 (zum Vergleich: Werbung rund 303 Mio. Euro, Druck rund 71 Mio. Euro, Bücher & Zeitschriften rund 61 Mio. Euro).

Der größte Titel des Hauses, die Süddeutsche Zeitung, hat in den vergangenen zehn Jahren gut 23 Prozent ihrer Verkaufsauflage (im 2. Quartal 2019: 337.732 Exemplare) verloren, wobei das kräftige Wachstum der E-Paper-Zahlen schon berücksichtigt ist. Blickt man allein auf den Print-Bereich, liegt der Rückgang bei fast 39 Prozent. Das Abonnement war übergreifend der stabilere Vertriebskanal, was auch an dem starken Zuwachs der E-Paper-Abonnements (im 2. Quartal 2019: 52.581) und in Zusammenhang damit dem Ausbau des digitalen Bezahlmodells SZ Plus gelegen haben dürfte. Insgesamt verkauft die SZ heute rund 73 Prozent ihrer Auflage im Abonnement.

zurück

(wr) 10.10.2019


Druckansicht

Artikel empfehlen

DNV-Guide

DNV - DER NEUE VERTRIEB bringt Sie mit Experten von A wie Abogewinnung bis Z wie Zustellung zusammen. Profitieren Sie vom Know-how dieser Spezialisten. Mehr...





   



   



   



   



   



   



   



   



   
Die aktuelle Ausgabe


 

Zeitschriften-Suche

NEUMANN 2019

Handbuch für den Presse-Vertrieb und -Verkauf



Bestellung
Demo-Seiten


Weitere Publikationen
des Verlages



Zum Wettbewerb

Weitere Webseiten