Sonntag, 22. September 2019

Paid Content aus der Seestadt

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Matthias Ditzen-Blanke, Verleger und Geschäftsführer der Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven. Foto: Nordsee-Zeitung

Die Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven verfolgt künftig eine Zwei-Plattform-Strategie im Digitalgeschäft. Neben dem Reichweitenportal nord24 ist ein markenübergreifendes Premium-Angebot namens Norderlesen für exklusive Geschichten aus der Region geplant.

„Wie alle Verlage und Medienhäuser beschäftigen wir uns mit der Frage der Digitalstrategie im Hinblick auf die Entwicklung im Lesermarkt“, sagt Matthias Ditzen-Blanke, Verleger und Geschäftsführer der Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven. „Eine der klaren Erkenntnisse ist aus meiner Sicht, dass Modelle, die unter einer Marke sowohl freie Inhalte als auch werthaltige Inhalte verkaufen, nicht zielführend sind.“ Sein Verlag hat sich auf einen anderen Weg begeben. Der erste Schritt war 2016 die Einführung eines markenübergreifenden Reichweitenportals. „Als lokales Medienhaus wollen wir auch in einer Welt, in der Menschen über Facebook, Twitter und Instagram lokale Nachrichten konsumieren und teilen, Nachrichtenführer bleiben. Dafür müssen wir als Marke identifiziert werden, die das Grundrauschen sicherstellt. Das leistet für uns nord24“, erklärt Ditzen-Blanke.

Bereits vor der Einführung seines kostenlosen Reichweitenportals hatte der Nordsee Medienverbund die Websites seiner Zeitungen zurückgebaut. Unter den Domains der Zeitungstitel Nordsee-Zeitung, Kreiszeitung Wesermarsch und Zevener Zeitung finden sich Landing-Pages mit Informationen über den jeweiligen Verlag, über Produkte und Bestellmöglichkeiten, aber keine journalistischen Inhalte. „Selbstverständlich“, so Ditzen-Blanke weiter, „sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch in digitalen Kanälen journalistischen Premium-Content anzubieten, der sich durch Vertiefung und Einordnung auszeichnet. Deswegen erhält unser Reichweitenportal eine zweite Dimension. Neben der Möglichkeit, Reichweite durch Werbung zu monetarisieren, wird es zum Marketing-Kanal für werthaltige Inhalte, die wir künftig unter der neuen Marke Norderlesen anbieten werden.“ 

Den Markennamen kennen die Print- und E-Paper-Abonnenten der Zeitungen aus dem Nordsee Medienverbund bereits. Dort steht er für tägliche regionale Themenschwerpunkte in Form von Reportagen, Porträts oder Interviews. Diese und andere „erlesene“ Geschichten aus dem Norden, sollen in Zukunft unter norderlesen.de ausgespielt werden. „Norderlesen ist ein Produkt mit der klaren Anforderung, nicht nur technologisch und gestaltungsmäßig State of the Art zu sein“, kündigt Ditzen-Blanke an. „Wir wollen Geschichten bezogen auf Zielgruppen anders erzählen, um auch jüngere Leser zu erreichen. Neben der Mehrkanalfähigkeit und der Mehrproduktfähigkeit liegt die große Herausforderung darin, eine Differenzierung von Inhalten herzustellen. Das gelingt nur, wenn wir uns wieder stärker in unser Gegenüber versetzen.“


Mehr zur Digitalstrategie der Nordsee-Zeitung finden Sie im DNV-Interview mit Geschäftsführer Torsten Klose (li.) und Chefredakteur Christoph Linne (re.) in der heute erschienen Ausgabe 7/2019 (ET: 10. September). Foto: Nordsee-Zeitung/ Lothar Scheschonka





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(jf) 10.09.2019


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