KoMoDo-Beteiligte bilanzieren: Paketauslieferung per Lastenrad erfolgreich erprobt

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Am Modellprojekt KoMoDo, gestartet im Mai 2018, waren erstmals die fünf größten deutschen Paketdienste DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS beteiligt. Foto: Michael Kuchenbecker

Kooperativ genutzte Mikro-Depots eignen sich als Lösungsansatz für Kommunen, um Lieferverkehr umweltverträglich zu gestalten. Zu diesem Ergebnis kommen die Beteiligten des Modellprojekts KoMoDo. In einer zwölfmonatigen Testphase hatten sich die Paketdienste DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS eine Logistikfläche in Berlin-Prenzlauer Berg geteilt. In separaten Bereichen haben sie dort Paketsendungen für die Auslieferung mit Lastenfahrrädern in der näheren Umgebung umgeschlagen. Auf diese Weise wurden nach Angaben der Projektbeteiligten rund 160.000 Pakete ausgeliefert. Täglich waren bis zu elf Lastenräder im Einsatz, die insgesamt rund 38.000 Kilometer zurückgelegt haben. Dadurch konnten rund elf Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden, die bei der Auslieferung mit konventionellen Zustellfahrzeugen angefallen wären.

Das Modell der Mikro-Depots habe sich grundsätzlich bewährt und werde deshalb auch nach dem Ende der öffentlichen Förderung fortgesetzt, auf der vorhandenen Fläche, zunächst für ein halbes Jahr, heißt es in einer Mitteilung. Zu den Projektbeteiligten gehörten neben den Paketdiensten auch das Beratungsunternehmen LogisticNetwork Consultants GmbH (LNC) als Koordinator und die BEHALA Berliner Hafen- und Lagerhaus GmbH als Betreiber des Mikro-Depots. KoMoDo wurde von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unterstützt und im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Wie die Projektbeteiligten KoMoDo bewerten:

BEHALA Klaus-G. Lichtfuß, Leiter Logistik der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH: „Mit der BEHALA - Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH als neutralem Betreiber von Mikro-Depot- Anlagen ist es gelungen, mehreren Paketdienstleistern diskriminierungsfrei Teilbereiche einer Depot-Anlage zur Verfügung zu stellen und somit die klimaneutrale und nachhaltige Auslieferung von einem zentralen Punkt zu ermöglichen. Durch diese Synergieeffekte konnte eine optimale Flächennutzung erreicht werden.“

DHL Marc Rüffer, Abteilungsleiter Betrieb bei DHL Paket: „Als Marktführer sehen wir uns in der Verantwortung, innovative und nachhaltige Zukunftslösungen in der Paketzustellung zu entwickeln. Wir haben das KoMoDo-Pilotprojekt sehr intensiv genutzt und möchten allen Partnern für die gute Zusammenarbeit danken. Unser Fazit: Die in innerstädtischen Bereichen ergänzende Zustellung per Lastenrad ist eine attraktive Alternative, weil effektiv, wendig und ökologisch sinnvoll. Wir werden das Mikro-Depot in Prenzlauer Berg erst einmal weiterhin nutzen und sind mit dem Berliner Senat in Gesprächen über die Möglichkeit, weitere Standorte zu testen. Klar ist aber auch: Mit Lastenrädern allein lassen sich die steigenden Sendungsmengen in einer Metropole wie Berlin nicht bewältigen. Wir setzen daher weiterhin primär konsequent auf den Ausbau unserer Elektro- Transporter-Flotte mit dem StreetScooter. Allein in Berlin und Brandenburg sind heute schon rund 450 StreetScooter im Einsatz. Bis 2050 wollen wir nicht nur komplett emissionsfrei zustellen, sondern alle unsere logistikbezogenen Emissionen auf null reduzieren.“

DPD Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation DPD: „Unter günstigen Bedingungen kann ein Lastenrad im Zustellgebiet ebenso effizient sein wie ein herkömmlicher Transporter – das zeigen auch unsere Erfahrungen in Berlin. Logistikflächen in der Innenstadt sind dafür ein ganz entscheidender Faktor. Das KoMoDo-Projekt hat gezeigt, dass die anbieterübergreifende Nutzung solcher Flächen auch in der alltäglichen Praxis sehr gut funktionieren kann.“

GLS Marc Baumgarte, Region Manager Germany East der GLS Germany GmbH & Co. OHG: „Das KoMoDo-Projekt hat uns wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung unserer Aktivitäten rund um Berlin gegeben. So haben wir unsere eBike-Zustellung bereits auf Berlin Mitte ausgeweitet und leisten somit unseren Beitrag für eine nachhaltige Innenstadtlogistik.“

Hermes Michael Peuker, KoMoDo-Projektleiter bei Hermes Germany: „Über KoMoDo hat Hermes 58.000 Pakete emissionsfrei zugestellt und in dem Einsatzgebiet drei von fünf klassischen Lieferwagen eingespart. Über die Laufzeit haben wir viele Erfahrungen gesammelt, sodass wir das Projekt insgesamt als äußerst positiv bewerten. Die Lastenräder passen zudem sehr gut zu unserem Mobilitätskonzept Urban Blue mit einem klaren Ziel: Bis 2025 wollen wir die 80 größten Innenstädte Deutschland emissionsfrei beliefern.“

UPS Lars Purkarthofer, Leiter UPS Hauptstadtbüro Berlin: „Wir haben in 2012 in Hamburg damit begonnen, systematisch die Innenstadt mit Hilfe von Lastenrädern zu beliefern. Mittlerweile haben wir entsprechende Lösungen in 30 Städten implementiert. KoMoDo zeigt, dass es möglich ist, dass mehrere Paketdienste nebeneinander, aber getrennt und eigenständig operieren, um den Verkehr im städtischen Bereich zu entlasten. City-Logistik-Projekte wie hier in Berlin sind nur möglich, wenn alle Beteiligten konsequent und konstruktiv zusammenarbeiten. So kann KoMoDo beispielgebend auch für andere Städte sein, um die innerstädtische Paketzustellung nachhaltiger zu gestalten.“

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(jf) 22.05.2019


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