Konsolidierte Paketzustellung führt nicht zu besserer City-Logistik

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Die Städte Nürnberg und München haben gezeigt, konsolidierte Paketzustellung verschafft keine nennenswerte Verkehrsreduzierung/ Foto: ellisi, Fotolia

Seit geraumer Zeit denken KEP-Dienstleiser darüber nach, wie die Zustellung bzw. Abholung von Paketen in den Stadtgebieten optimiert und das Verkehrsaufkommen in den Städten durch Zustellfahrzeuge reduziert werden kann. Die Konsolidierung von Paketsendungen wurde als Konzept diskutiert, allerdings immer wieder kritisch betrachtet. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) hat nun die Studie "Quantitative Untersuchung der konsolidierten Zustellung auf der letzten Meile am Beispiel zweier KEP-Unternehmen in den Städten Nürnberg und München" vorgelegt, die zu dem Fazit kommt, dass sich dieses Szenario nicht lohnt.

So kamen die Initiatoren der Studie zu dem Schluss, dass bei diesem Vorgang die Zahl der Zustellfahrzeuge in den Szenarien entweder nicht oder um maximal ein Zustellfahrzeug reduziert würde. Positive verkehrliche Effekte seien damit in den Zustellgebieten kaum spürbar.

Darüber hinaus haben die konsolidierten Zustelltouren kürzere Stoppdistanzen und Tourenlängen bei nur geringfügig veränderter Auslastung, infolgedessen sinke teilweise die erforderliche logistische Leistung auf den einzelnen Touren.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die geringen Konsolidierungsgewinne an logistischer Leistung gehen durch die erforderlichen Inter-Depot-Verkehre selbst bei günstigen Depotlagen ganz oder teilweise verloren. Ungünstige Depotlagen könnten dann zu erheblichen Mehrverkehren führen.

Zudem laufe man Gefahr, dass sich die Wettbewerbsposition beider KEP-Unternehmen verschlechtert, insbesondere die des abgebenden KEP-Unternehmens.

Positionspapier für nachhaltige Stadtlogistik

In einem Positionspapier, das der BIEK in diesem Rahmen aufgesetzt hat, stellt der Verband alternative Konzepte zur Reduzierung des Verkehrsaufwandes vor. So müsse zum Beispiel mehr mit den Empfängern interagiert werden, die Routen müssen optimiert werden, es braucht Mikro-Depots und Lastenräder sowie anbieterübergreifende Paketstationen, Paketshops und optimierte Verpackungen.

"Diese Maßnahmen und Konzepte garantieren eine effiziente und bürokratiearme Zustellung", sagt der BIEK-Vorsitzende Marten Bosselmann. "Ihre Wirkungen können durch Unterstützung der Beteiligten erheblich verstärkt werden. Im Gegensatz dazu bedeutet ein Regulierungskonzept wie die konsolidierte Gebietszustellung erheblichen Verwaltungsmehraufwand für die diskriminierungsfreie Ausschreibung, Installation und Steuerung bei den Städten, ohne spürbare verkehrliche Entlastungswirkungen im gesamten Stadtgebiet."



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(al) 14.08.2019


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