BV Abonnement kritisiert Preispolitik der Deutschen Post

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Martin Lange, Vorsitzender des Bundesverbandes Abonnement, teilt die Einschätzung des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger in Bezug auf die angekündigte Preiserhöhung in der Presse Distribution. Foto: PVZ/ Ramona Petrolle Photography Lübeck

Zum Jahreswechsel 2019/2020 werden die Preise für den bundesweiten Versand von Zeitungen und Zeitschriften mit der Deutschen Post wie berichtet angehoben. Die größten Steigerungen betreffen wöchentlich erscheinende Titel und damit vor allem Zeitschriftenverlage und ihre Abonnementdienstleister. Sie sollen ab dem kommenden Jahr 6,94 Prozent mehr zahlen.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hatte die angekündigten Preiserhöhungen bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden kritisiert. "Derart dramatisch steigende Zustellungskosten", sagte VDZ-Präsident Dr. Rudolph Thiemann, "stellten die zukünftige Finanzierbarkeit der publizistischen Aufgabe von Zeitschriftenverlagen ernsthaft in Frage" (dnv-online berichtete). 

Auch der Bundesverband Abonnement sieht die Preisentwicklung in der Presse Distribution kritisch: „Mit tiefer Sorge und großem Unverständnis hat der Bundesverband Abonnement e.V. die Verkündung der neuen Versandtarife der Deutsche Post AG aufgenommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Martin Lange gegenüber DNV. Nach stetigen Preiserhöhungen in den vergangenen Jahren erfolge nun eine weitere „massive Kostensteigerung", die aus Sicht des BV Abonnement "eine erhebliche Bedrohung für die wirtschaftliche Kalkulation direkter Kundenbeziehungen der Verbandsmitglieder darstellt." Dem Verband gehören rund 70 Mitgliedsunternehmen an, darunter Verlage und Abonnementdienstleister sowie Werbeunternehmen, Abonnement-Verwaltungen und andere Serviceunternehmen. Gemeinsam repräsentieren sie rund 3,2 Millionen Abonnements.

„Die Tarifanpassung ist eine einseitige Entscheidung der Deutschen Post AG, die der Entwicklung der Strukturkosten Rechnung tragen soll. Jedoch mussten unsere Verbandsmitglieder über einen langen Zeitraum große Einbußen in der Zustellqualität feststellen, die wir als Verband auch gegenüber der Deutschen Post AG und der Bundesnetzagentur bemängelt haben", unterstreicht der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Abonnement. Die Zustellqualität der Deutschen Post im Bereich der Presse Distribution war in den vergangenen Monaten nicht nur im Bundesverband Abonnement ein Thema, etwa im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung des Verbandes (vgl. dazu DNV 5/2019). Auch andere Verbände und Unternehmen hatten im Jahresverlauf von einer Häufung von Zustell-Reklamationen berichtet, zuletzt die Tageszeitung junge Welt (dnv-online berichtete). Die Deutsche Post betonte daraufhin, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Zustellqualität eingeleitet wurden und sich die Zustellqualität wieder auf einem hohen Niveau befinde.

Nichtsdestotrotz steht für Martin Lange vom Bundesverband Abonnement fest: "Bei einer derartig massiven Erhöhung der Versandtarife in Kombination mit der kurzen Tarif-Laufzeit von nur einem Jahr, bei gleichzeitiger Verschlechterung der Zustellqualität, wird es schwieriger, Zeitschriftenabonnements als wichtigen Bestandteil zum Erhalt der Pressevielfalt zu erhalten."



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(jf) 02.10.2019


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