Sonntag, 21. Juli 2019

Gießener Anzeiger schließt eigene Druckerei

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Der Gießener Anzeiger plant seine eigene Druckerei spätestens zum 31. Dezember 2017 zu schließen, weil die Technik nicht mehr zeitgemäß sei und eine Modernisierung aufgrund des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks nicht in Frage komme. Der Druckauftrag für die regionale Tageszeitung (Verkaufsauflage knapp 25.000 Exemplare laut IVW) werde künftig fremdvergeben. Das hat die Gießener Anzeiger Verlags GmbH & CO KG mitgeteilt, die zur Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) aus Mainz gehört. Als Gründe nennt der Verlag sinkende Auflagen und Anzeigenumsätze, eine ausgeprägte Gratiskultur im Netz und den hohen Wettbewerbsdruck im lokalen Markt. In der 80.000-Einwohnerstadt Gießen erscheint mit der Gießener Allgemeine  (Verkaufsauflage rund 45.000 Exemplare) aus dem Mittelhessischen Druck-und Verlagshaus noch eine weitere regionale Tageszeitung. 

Der Entschluss für die Stilllegung der Druckerei sei allen Beteiligten nicht leicht gefallen, heißt es weiter. Die Geschäftsführung des Gießener Anzeigers besteht aus Michael Raubach sowie den VRM-Vertretern Hans Georg Schnücker und Dr. Jörn W. Röper. Diese teilen mit: „Wir werden in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat Verhandlungen über einen Sozialplan aufnehmen und gemeinsam versuchen, für die etwa 30 betroffenen Mitarbeiter möglichst sozialverträgliche Regelungen abzuschließen." 

Die Schließung der Druckerei und die Konzentration auf das Kerngeschäft wird nach Angaben der Geschäftsführung maßgeblich zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Gießener Anzeiger Gruppe beitragen.

Konzentrationsprozess im Zeitungsdruck

Einen ähnlichen Weg - die Schließung der eigenen Druckerei und die Fremdvergabe des Druckauftrags - haben in der jüngeren Vergangenheit mehrere Zeitungen eingeschlagen, zum Beispiel der Bonner General-Anzeiger und die Madsack Mediengruppe in Hannover. Auch in der Schweiz und den Niederlanden läuft ein Konzentrationsprozess auf dem Druckmarkt. Andere Verlage haben dagegen die Flucht nach vorn angetreten und in die eigenen Druckereien investiert. So hat etwa DuMonts Mitteldeutsche Zeitung in Halle kürzlich neue Druck- und Versandtechnik eingeweiht.

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HAZ und NP: Mit dem Formatwechsel übernimmt neuer Druckdienstleister (05.12.2016)

Pressehaus Naumann erhält neue Zeitungsrotation (08.06.2016)

Bonner General-Anzeiger plant Schließung der eigenen Druckerei (17.02.2016)

Konzentration im europäischen Druckmarkt geht weiter (25.06.2015)

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(jf) 27.01.2017


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