Sonntag, 25. August 2019

Börsenverein reicht Beschwerde gegen die Deutsche Post beim Bundeskartellamt ein

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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Deutsche Post AG eingelegt, die angekündigt hatte, zum 1. Juli 2019 die Preise für Büchersendungen nach 2018 erneut anzuheben. Nach Auffassung des Verbands missbraucht das Unternehmen mit den Preiserhöhungen seine marktbeherrschende Stellung beim Versand von Büchern. Zudem diskriminiere der Versanddienstleister Buchhandlungen und Verlage, indem er Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen beim Versand von Büchern einräume.

Gleichzeitig mit der Preiserhöhung verringert die Deutsche Post auch die Maße für die Büchersendung. Der Börsenverein schätzt, dass dadurch rund ein Drittel der bisher verschickten Bücher nicht mehr als Büchersendung gelten können und Buchhändler und Verlage gezwungen sein werden, auf die teureren Produkte aus der Paketsparte umzusteigen. Die enorme Portoerhöhung und Quasi-Abschaffung der Büchersendung sei, so der Börsenverein, nur für Konzerne zu stemmen, die gemischte Waren versenden können oder über andere Möglichkeiten der Kostenumlagerung verfügen. Zudem verweist der Verband auf Medienberichte, wonach Amazon von der Deutschen Post erheblich vergünstigte Konditionen für den Versand von Büchern und anderen Waren erhalte, die dem Buchhandel nicht zugänglich seien.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins sagt: „Die Deutsche Post gefährdet mit ihren deutlich verschlechterten Konditionen für Büchersendungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage und damit unmittelbar die Vielfalt des Buchmarktes. Wir fordern das Bundeskartellamt deshalb auf, den Sachverhalt zu untersuchen und eine faire Marktsituation für alle Beteiligten zu schaffen. Verlage und Buchhandlungen leisten einen wichtigen Beitrag für Kultur und Gesellschaft. Stationäre Buchhändler benötigen eine bezahlbare Möglichkeit Bücher zu versenden, um sich gegenüber dem reinen Online-Handel zu behaupten. Für kleine und mittlere Verlage ist der Postweg elementar, um Bücher zu versenden, die im Buchhandel in der Breite nicht vorkommen.“



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(ak) 17.06.2019


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