Dienstag, 16. Juli 2019

Entscheidung um Postcon verzögert sich

%%%Entscheidung um Postcon verzögert sich%%%

Was wird aus Postcon? Noch wurde kein Käufer für das Unternehmen bekanntgegeben/ Foto: Postcon

Die niederländische PostNL hatte Ende 2018 angekündigt, bis zum Ende des ersten Halbjahres 2019 einen Käufer für ihr deutsches Tochterunternehmen Postcon finden zu wollen. CFO Pim Berendsen hatte auf dem Capital Markets Day im Mai bekräftigt, dass bis Ende des zweiten Quartals eine Transaktion erfolgen soll. Bisher hat das Unternehmen jedoch keinerlei Entscheidung zu diesem Prozess kommuniziert. Man wolle bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das zweite Quartal ein nächstes Update geben, teilt eine Sprecherin gegenüber DNV mit. Die Bekanntgabe einer Lösung wurde also mindestens bis zum 5. August vertagt. 

In den vergangenen Monaten hatte die PostNL bereits eine Reihe von Postcon-Beteiligungen in Deutschland abgestoßen. Verkauft wurden die Anteile an den regionalen Briefdiensten Main-PostLogistik, Nordwest-Mail, Arriva, Citipost Osnabrück, Citipost Nordwest sowie an sechs Briefdiensten in Brandenburg. Die Anteile haben die an den jeweiligen Unternehmen beteiligten Verlage übernommen. Das Bundeskartellamt hat alle Verkäufe bewilligt (DNV Online berichtete).

PostNL will sich nach dem Verkauf von Postcon sowie Nexive in Italien auf das Geschäft in den Benelux-Staaten konzentrieren. Zudem sieht der Konzern vor allem im Paketgeschäft Wachstumsperspektiven. Das Sendungsvolumen war von 2015 bis 2018 um 61 Prozent gestiegen, während das Volumen der Briefzustellung um 25 Prozent zurückgegangen ist. Dadurch stieg der Anteil des Umsatzes, der aus dem E-Commerce resultiert, von 30 auf 48 Prozent. Der Unternehmensbereich "Parcels" erzielte 2018 rund 1,555 Mrd. Euro Umsatz.

Der Konzern erwartet für das Paketgeschäft in Belgien und den Niederlanden weiteres Marktwachstum und will deshalb einerseits in das Zustellnetzwerk investieren und andererseits die Prozesse in der Lieferkette optimieren, um Kosten zu sparen. Für das Briefgeschäft wurden derweil weitere Kosteneinsparungen und Konsolidierungen im Markt angekündigt. CEO Herna Verhagen hatte auf dem Capital Markets Day im Mai erklärt: "Wenn wir die Postdienstleistungen in allen Teilen der Niederlande […] beibehalten wollen, dann ist aus unserer Sicht eine Konsolidierung unvermeidlich." Und weiter: "Wir gehen nicht davon aus, dass sich mit der Konsolidierung der Volumenrückgang ändern wird. Das bedeutet, dass es auch am Tag nach der Konsolidierung noch Volumenrückgänge geben wird, die man durch Kosteneinsparungen und Preiserhöhungen ausgleichen muss."

Ein Konsolidierungsprozess im niederländischen Postmarkt läuft bereits. Derzeit wird von den Wettbewerbsbehörden geprüft, ob die PostNL ihren größten Wettbewerber Sandd übernehmen darf.


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(wr) 10.07.2019


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