Sonntag, 16. August 2026

Viele Zeitungs- und Zeitschriften-Verlage nutzen Pop-ups, um auf Digital-Abos und Angebote aufmerksam zu machen - Abb.: FAHMI, Adobe Stock

DNV-Analyse: Wie Verlage mit Pop-ups für Abos werben

Aufgrund von wandelnder Mediennutzung sind Digital-Abos so wichtig wie noch nie. So prognostizierte der Spiegel (Spiegel Verlag) im Jahr 2023 sogar einen höheren Umsatz im Digital-Bereich als im Print-Bereich. Laut einer im Anfang 2023 veröffentlichten Trendumfrage von BDZV und Schickler rechnen zudem 41 Prozent der befragten Zeitungsverlage damit, ab 2026 mit dem Wachstum ihrer Digital-Erlöse die Print-Rückgänge zu kompensieren. Für 2028 erwarten dies 69 Prozent. Daher sind Verlage darauf angewiesen, möglichst viele Digital-Abonnenten zu gewinnen. Pop-ups, die auf den Webseiten der Zeitschriften und Zeitungen auf Abo-Angebote hinweisen, sind dabei ein oft genutztes und wichtiges Tool. DNV hat 21 dieser Pop-ups von 19 Zeitschriften und Zeitungen analysiert.

Zwei Drittel der von DNV analysierten Pop-ups beinhalten eine Vorstellung des Produkts. Bei manchen hält sich diese sehr minimalistisch. Das Pop-up der Auto Motor und Sport (Motor Presse Stuttgart) zum Beispiel informiert den Leser nur, dass das Produkt „Alle Artikel in unserem Digital-Abo“ beinhaltet. Mit dem prägnanten weißen Schriftzug “Weg vom Kiosk, näher zu Ihnen!” auf einem großen roten Pop-up bietet Der Aktionär (Börsenmedien AG) keine detaillierten Produkt-Information, sondern setzt darauf, Neugierde zu generieren. Unterstrichen wird dies mit dem Call-to-action “Mehr erfahren” auf einem Button.

Sehr viel ausführlicher ist der Schriftzug des Pop-ups der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Herzlich willkommen in der multimedialen Ausgabe der F.A.Z. Lesen Sie alle Inhalte der Zeitung in moderner Gestaltung, erweitert um interaktive Inhalte wie Videos und opulente Storytellings. Die komplette digitale Ausgabe der F.A.Z.“ Damit benutzt auch die FAZ, wie die große Mehrheit der Magazine und Zeitungen, deren Pop-ups DNV analysiert hat, Call to Actions. In fast 50 Prozent der Pop-Ups mit Call to Action handelt es sich dabei schlicht um die Worte “Jetzt testen” oder “Jetzt bestellen”, manchmal mit der Nennung des Preises und der Testphasendauer und oft auf einem Button, der sich farblich vom Hintergrund abhebt.

Auch bei den Größen unterscheiden sich die Pop-ups teilweise stark voneinander. Am kleinsten unter den von DNV analysierten Pop-ups ist das des Manager Magazins. Besonders groß hingegen fallen die Pop-ups der Bild (Axel Springer) und der Mitteldeutschen Zeitung (gehört zur Bauer Media Group) aus. Die große Mehrheit der Pop-ups befindet sich an der unteren Seite des Bildschirms.

Rund 40 Prozent nennen den regulären Preis

Unter den von DNV analysierten Pop-ups wiesen nur jene von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Madsack) und von der FAZ auf kostenlose Probephasen hin. Bei der HAZ wird mit einem Testmonat geworben, bei der FAZ mit einer 14 Tage dauernden Testphase. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass Verlage in den Pop-ups mit ganz unterschiedlichen Preispunkten und teils auch Abo-Laufzeiten werben.

Der Einstieg erfolgt oft (aber nicht immer) über einen Probemonat. Dieser ist eher selten kostenlos und wird häufiger mit einem zumindest geringen Preispunkt versehen. Zum Teil wird auch mit starken Rabattsignalen gearbeitet. Bei dem Manager Magazin kostet der erste Monat laut dem Pop-up 99 Cent und bei Auto Motor und Sport kostet die zeitlich nicht genauer definierte Testphase auch 99 Cent. Ein Euro für jeweils vier Wochen kostet das Angebot des Spiegels, der Zeit, und des Handelsblatts. Zusätzlich weisen die Pop-ups der Zeit und des Handelsblatts darauf hin, wie viel vier Wochen des jeweiligen Abos normalerweise kosten (Zeit: 22,40 Euro / Handelsblatt: 29,99 Euro). Auch die Pop-ups auf der Webseite der Bild weisen auf einen Testmonat hin, dieser kostet jedoch 1,99 Euro. Auch der reguläre Preis (7,99 Euro) wird angegeben. Der Tagesspiegel bietet eine zwei-monatige Testphase für 2 Euro statt 29,98 Euro an. Dabei handelt es sich um ein Neujahrsangebot, auf das mit einem weißen Kreis mit dem fettgedruckten Schriftzug “Neujahrs-Deal” explizit hingewiesen wird.

Mit einem Jahr ist der Zeitraum der Pop-up-Angebote der Süddeutschen Zeitung, der Rheinischen Post und der Zeitung Der Freitag um einiges länger als bei der Konkurrenz. Bei der SZ kostete dieser vor dem 9. Januar 99 Euro (entspricht 8,24 Euro pro Monat) und danach 119 Euro (entspricht 9,91 Euro pro Monat). Zu Zeiten des Neujahrangebotes stellte das Pop-up mit dem fettgedruckten Schriftzug „Nur noch bis zum 8.1.2024 bestellbar“ die Deadline des Sonderangebotes in den Mittelpunkt.

Auch bei dem Pop-up von Der Freitag wurde im Januar ein Neujahrsangebot vorgestellt. Der Schriftzug hielt sich kurz und prägnant: „Ein kluges neues Jahr! 12 Monate lesen, nur 9 bezahlen“. Anders als bei vielen anderen Titeln wird kein konkreter Preis genannt. Visuell ist das Pop-up mit einer Cartoon-Zeichnung des Maskottchens des Blatts versehen. Dies soll womöglich die Markenbindung steigern. Ähnlich ist auch das Pop-Up von Der Freitag nach dem Neujahrsangebot gestaltet. Auf einem gelben Hintergrund steht schlicht “Der digitale Freitag – Mit Lust an guten Argumenten” neben dem Button “Kostenlosen Probemonat sichern”. Auch dieses Pop-Up ist mit einer Cartoon-Figur versehen.

Die Rheinische Post erwähnt in ihrem Pop-up explizit das neue Jahr mit dem Schriftzug „Jetzt 1 Jahr exklusiven Zugang zu alle RP+ Artikeln sichern und bestens informiert ins neue Jahr starten.“ Zusätzlich weist das Pop-up daraufhin, dass Leser mit dem Angebot 75 Prozent sparen. Der Normalpreis liegt bei 7,99 Euro pro Monat.

Wenige Pop-Up-Angebote enthalten Goodies

Das Angebot der Vogue (Condé Nast) sticht besonders hervor, da es das einzige der von DNV beobachteten Pop-up-Angeboten ist, das ein Goodie beinhaltet. Dabei handelt es sich um ein Travel-Notebook, das mit dem Logo der Zeitschrift versehen ist. Beworben wird das Angebot mit dem Schriftzug “3 x Vogue lesen + Vogue Travel Notebook sichern”. Damit und mit den zwei Bildern, die das Notebook zeigen, wird es in den Mittelpunkt gestellt und so als ein Hauptgrund, dass Abo abzuschließen präsentiert.

Wie die DNV-Analyse zeigt, setzen viele Verlage darauf, mit Pop-ups Aufmerksamkeit für ihre Abo-Angebote zu generieren. Diese Pop-ups kommen in verschiedenen Größen, mit mehr oder weniger ausführlichen Texten und auch die Angebote selbst unterscheiden sich. Zudem verzichten manche Zeitungen und Zeitschriften, wie zum Beispiel der Stern, Focus, Landlust und Kicker gänzlich auf Pop-ups zu ihren Abo-Angeboten

Slideshow der von DNV-analysierten Pop-Ups

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