Samstag, 15. August 2026

Madsack-CEO Thomas Düffert strafft nach der Übernahme der DDV Mediengruppe deren Strukturen und Personalbestand - Foto: Oliver Reetz

Sächsische Zeitung: Madsack will offenbar auch Stellen im Vertrieb streichen

Der DDV Mediengruppe in Dresden und ihrer Sächsischen Zeitung stehen bekanntlich personelle Einschnitte bevor. Nachdem die Madsack Mediengruppe aus Hannover den Verlag zum 1. Mai 2024 übernommen hatte, kündigte Konzernchef Thomas Düffert eine engere Zusammenarbeit mit der hauseigenen Leipziger Volkszeitung an. In diesem Zuge soll eine gemeinsame Sachsen-Redaktion entstehen, die beide Zeitungen mit Inhalten beliefert (mehr dazu hier). Durch diese Zusammenlegung sollten auch 30 Stellen entfallen. Nun scheint es, dass diese Zahl noch höher ausfallen wird – und dabei auch andere Verlagsbereiche betrifft, inklusive des Vertriebs.

Wie Der Spiegel berichtet, sollen auch im Vertrieb der DDV Mediengruppe Stellen gestrichen werden, ebenso wie in der Vermarktung sowie in der IT. Die genaue Zahl äußert CEO Düffert gegenüber dem Nachrichtenmagazin nicht. Mit Blick auf die Redaktion heißt es laut Spiegel, dass 90 der 147 Jobs bestehen bleiben sollen.

Generell müssten sich die Mitarbeiter der Sächsischen Zeitungen neu um Jobs im Madsack-Konzern bewerben und würden nicht einfach übernommen. Parallel hatte Madsack mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt, auf dessen Eckpunkte man sich Mitte August einigte, so Der Spiegel.

Zeitungsverlage ringen um Kosteneffizienz

Die Straffung der Strukturen und Suche nach Synergien ist ein durchaus bekannter Prozess, auch in der Verlagsbranche. Hinzu kommt, dass Zeitungsverlage mit stark gestiegenen Kosten insbesondere in Produktion und Logistik zu kämpfen haben. Das führt einerseits zu Anpassungen der Produkte und Logistikstrukturen, wie die Trendumfrage von BDZV und Highberg Anfang des Jahres zeigte: 80 Prozent der Zeitungsverlage wollen demnach die Zustellung in unwirtschaftlichen Bereichen einstellen. 47 Prozent wollen die Zahl der Print-Erscheinungstage reduzieren, 34 Prozent wollen den Seiten-Umfang verringern.

Auf der anderen Seite suchen die Zeitungsverlage aber eben auch nach Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört – auch das zeigte besagte Trendstudie – neben Automatisierung, Outsourcing und Prozessoptimierung auch die Zentralisierung. Madsack hatte beispielsweise vor einigen Jahren begonnen, viele interne Prozesse im Digital-Geschäft konzernweit einheitlich über das neue System RND One Platform abzubilden, unter anderem auch Digital-Vertrieb und Digital-Vermarktung (und damit zugleich ein neues Geschäftsfeld erschlossen, indem besagte Technologie auch Drittverlagen zur Verfügung gestellt wird). An besagte Plattform soll auch die Sächsische Zeitung angeschlossen werden, hieß es Mitte Juni.

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