
Zwar haben Deutsche 2025 wieder mehr Geld zur Verfügung, doch Faktoren wie die ansteigende Arbeitslosigkeit sorgen für Unsicherheit und Zurückhaltung - Abbildung: AdobeStock, jirsak
Studie: Kaufkraft der Deutschen steigt, Kaufverhalten bleibt zurückhaltend
Die Deutschen greifen 2025 wieder tiefer in die Tasche: Die neu veröffentliche GfK-Kaufkraft-Studie für Deutschland zeigt, dass die Kaufkraft im Jahr 2025 auf 29.566 Euro pro Kopf ansteigen wird. Dies entspricht einem Plus von zwei Prozent und 579 Euro mehr pro Kopf im Vorjahresvergleich. Insgesamt wird für das Jahr 2025 eine Kaufkraftsumme von knapp 2,5 Mrd. Euro prognostiziert.
Bei den Rechnungen wird das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld berücksichtigt. Wieviel dieses Einkommens schlussendlich real für die Ausgaben der Bürger übrigbleibt, hängt allerdings davon ab, wie die Verbraucherpreise sich die kommenden Monate entwickeln werden.
Immerhin in puncto Inflationsrate ist im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Abschwächung zu erkennen. Ein Blick auf das Statistische Bundesamt zeigt: Lag die Inflationsrate im Dezember 2023 noch bei 5,9 Prozent, wird für den Dezember 2024 eine Rate von voraussichtlich 2,6 Prozent prognostiziert.
Wachstum fällt moderater aus als in den Vorjahren
Dass trotzdem Zurückhaltung in puncto Ausgaben zu sehen sein könnte, betont Markus Frank, Experte im Bereich Geomarketing von NIQ-GfK: „Die Deutschen haben auch 2025 wieder mehr Geld für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, was unter anderem auf gestiegene Löhne und eine Erhöhung von Transferzahlungen wie Kinder- und Wohngeld zurückzuführen ist. Dennoch fällt das nominale Wachstum mit zwei Prozent deutlich moderater aus als in den Vorjahren, was reale Kaufkraftverluste bedeuten würde. Außerdem steigt auch die Arbeitslosigkeit an, was zu Verunsicherung führt. Deshalb ist anzunehmen, dass die Deutschen 2025 größere Anschaffungen auf die lange Bank schieben und wenn möglich etwas Geld beiseitelegen.“
Bei der regionalen Kaufkraftverteilung bilden Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg die Spitze: Den Bayern stehen laut Studie im Jahr 2025 durchschnittlich 31.907 Euro pro Kopf für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. Damit liegt dieses Bundesland knapp acht Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Mit 31.270 Euro pro Kopf folgt Hamburg und liegt somit sechs Prozent über dem Durchschnitt. Baden-Württemberg folgt knapp dahinter, mit einer Kaufkraft von 31.233 Euro pro Kopf.
Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg: Hier haben die Deutschen 2025 voraussichtlich die höchsten Summen zum Ausgeben und Sparen zur Verfügung - Abbildung: GfK Kaufkraft Deutschland 2025
Für Einzelhändler und Dienstleister sind insbesondere die einwohnerstärksten Städte wichtig – denn hier ist die Kaufkraftdichte, also die verfügbare Kaufkraftsumme in Millionen Euro je Quadratkilometer, am höchsten. Die Top 3 bilden die Metropolen München, Berlin und Frankfurt. Danach folgen Stuttgart, Düsseldorf und Nürnberg. Insbesondere hier lohnt sich also eine gezielte Kundenansprache, um viel Kaufkraftpotenzial auszuschöpfen.
Zur Studie: Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute.
Die vollständige Studie kann hier aufgerufen werden.
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Vivian Katharina Bissel 15.01.2025





