Samstag, 15. August 2026

Hält an seinen Plänen fest, aus Axel Springer ein reines Digital-Unternehmen zu formen: Dr. Mathias Döpfner - Foto: Max Threlfall

„Wir würden in Print-Medien nicht mehr investieren“

Axel-Springer-CEO Dr. Mathias Döpfner hat nochmals betont, dass er die Zukunft des Berliner Medienkonzerns im Digitalgeschäft sieht. Im OMR-Podcast unterstrich er nun auch, dass es Investitionen wie einen Zukauf künftig nicht mehr im Print-Bereich geben soll.

Ausgangspunkt war die Frage von Podcast-Host Philipp Westermeyer nach einer möglichen Übernahme des Wall Street Journal durch Axel Springer. Entsprechende Gerüchte kursierten im vergangenen Jahr am Markt. Döpfner antwortet darauf zunächst: „Es ist lustig, darüber wird immer wieder spekuliert. Ich kann darüber ganz besonders freimütig reden, weil das überhaupt gar keine Option ist. Nach meinem Kenntnisstand ist das Wall Street Journal nicht zu verkaufen.“

Dann fügt Döpfner aber auch hinzu, dass ein solcher Zukauf nicht mehr zur Strategie von Axel Springer passen würde: „Wir haben ganz klar gesagt: Wir würden in Print-Medien nicht mehr investieren. Wir sind wahnsinnig froh, dass wir dieses Unternehmen – von einem reinen deutschen Print-Verlag vor zwei Jahrzehnten – in ein überwiegend internationales und fast rein digitales Medienunternehmen entwickelt haben. Über 95 Prozent unseres Geschäftes sind Digital-Geschäft. Nur Bild und Welt sind noch Print-Elemente, aber das wesentliche Geschäft ist rein digital. Warum sollten wir das jetzt durch Print-Investitionen verwässern? Das würden wir nicht tun.“

Der Axel-Springer-CEO gibt zwar auch zu, dass man sich „global super brands“ wie Financial Times, New York Times oder Wall Street Journal theoretisch immer anschauen würde – nur hält Döpfner es wohl für kein realistisches Szenario, dass diese Titel zum Verkauf stehen werden.

Schon Anfang 2023 hatte Döpfner in einem Interview gegenüber der DPA erklärt, dass er Axel Springer in ein reines Digital-Unternehmen transformieren wolle. Demnach werde es irgendwann auch keine Print-Zeitungen mehr geben. In der Folge hatte der Konzern sich bereits von mehreren Print-Assets verabschiedet - beispielsweise wurden die Musikzeitschriften verkauft, die B.Z. am Sonntag eingestellt und die Ableger von Auto Bild ausgelagert. Auch im Vertrieb gab es Veränderungen: Man zog sich aus dem ambulanten Sonntagshandel zurück und verlagerte die Einzelverkaufs-Betreuung der Tageszeitung an den Nationalvertrieb D-Force-One.

Aktuell steht die Aufspaltung des Konzerns ganz oben auf der Agenda. In diesem Zuge wird das Mediengeschäft von den Rubrikenportalen getrennt. Details dazu lesen Sie hier.

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