Samstag, 15. August 2026

Vier Medienmarken mit ihrem Abo-Geschäft im Vergleich: Wo haben New York Times, Wall Street Journal, Netflix und Spotify ihre Stärken und Schwächen? - Abb.: Macrovector Official - Freepik, NYT, WSJ, Netflix, Spotify

Business Update: Wie läuft das Abo-Geschäft von New York Times, Wall Street Journal, Netflix und Spotify?

Sie gehören zu den größten Anbietern von Medien-Abonnements und erzielen damit teils Milliarden-Umsätze: die US-Tageszeitungen New York Times und Wall Street Journal sowie Bewegtbild-Streamer Netflix und Audio-Streamer Spotify. Wie entwickelt sich das Abo-Geschäft dieser vier Medienanbieter bzw. Plattformen aktuell? Und wer kann neben den reinen Abonnenten-Zahlen auch die Durchschnittserlöse pro Nutzer steigern?

Die New York Times (NYT) gilt in der Verlagsbranche als Vorzeige-Modell in Sachen Digital-Abonnements. Seit Jahren steigert die US-Zeitung ihre Umsätze mit digitalen Abo-Angeboten. So auch in 2024: In den zwölf Monaten des vergangenen Jahres konnte die Zahl ihrer Abonnenten um 10,3 Prozent auf über 11,4 Mio. steigern. Davon sind knapp 95 Prozent Digital-Abonnenten – das Print-Abo spielt also nur noch eine untergeordnete Rolle.

Mit ihren Digital-Abos erlöst die NYT im Durchschnitt 9,65 Dollar pro Nutzer (ARPU). Durch Preiserhöhungen und indem Neu-Kunden von rabattierten Angeboten in höherpreisige Voll-Abos konvertiert werden, konnte die US-Zeitung diesen Wert zuletzt konstant steigern. In Summe legte der Abo-Umsatz somit durch Mengenwachstum und höhere Durchschnittserlöse um acht Prozent auf knapp 1,8 Mrd. Dollar zu. Für die New York Times Company bedeutet das, dass der Verlag 70 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Abos (primär Digital-Abos) erzielt. Am Jahresende 2024 stand für den Verlag unter dem Strich ein Jahresüberschuss von knapp 294 Mio. Dollar (26 Prozent mehr als im Vorjahr).

Nur geringes Wachstum beim Wall Street Journal

Das Wall Street Journal (WSJ) als eine der größten und renommiertesten Wirtschaftszeitungen der Welt ist zuletzt im Abo-Geschäft deutlich schwächer gewachsen als die NYT. Zum Jahresende 2024 (was beim WSJ nicht dem Ende des Geschäftsjahres entspricht, welches von Juli bis Juni geht), verzeichnete die Wirtschaftszeitung gut 4,2 Mio. Abonnenten. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das nur einem kleinen Plus von 4,3 Prozent. Der Durchschnittserlöse pro Nutzer sei zuletzt gestiegen – jedoch werden dazu keine Zahlen genannt. Das WSJ gehört zum Verlag Dow Jones, der wiederum Teil der News Corp. von Rupert Murdoch ist.

Dow Jones (zu dem u.a. auch Fachmedien gehören) hatte im letzten Geschäftsjahr (welches von Juli 2023 bis Juni 2024 ging) gut 2,2 Mrd. Dollar an Umsatz erwirtschaftet – rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Vertriebserlöse legten um fünf Prozent auf knapp 1,8 Mrd. Dollar zu. 80 Prozent des Gesamtumsatzes wurden mit Digital-Angeboten erzielt.

Abo-Business bei Netflix am größten

Selbst im Vergleich zu diesen beiden großen Medienmarken erreicht das Abo-Business von Netflix und Spotify ganz andere Dimensionen. Netflix ist 2024 auf über 300 Mio. Abonnenten gewachsen – ein Plus von knapp 16 Prozent. Auch der Umsatz des Streamers legte rund 16 Prozent zu – und damit deutlich stärker als jener der beiden oben genannten Verlagsmarken. Netflix erzielte 2024 einen Gesamtumsatz von 39 Mrd. Dollar – also etwa das 15-fache der New York Times Company. Den Jahresüberschuss konnte Netflix gar um über 60 Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar steigern – also fast das 30-fache dessen, was bei der New York Times Company unter dem Strich stehen blieb.

Wieviel Umsatz Netflix pro Abonnement erzielt, ist je nach Region sehr unterschiedlich. In den USA und Kanada sind es durchschnittlich 17,26 Dollar, in den anderen Regionen der Welt zwischen sieben und zwölf Dollar. Übergreifend stieg der Durchschnittserlös pro Abonnement in 2024 um nur einen Prozent an – was zeigt, dass der Fokus bei Netflix aktuell noch eher auf dem Mengenwachstum liegt. Zum arbeitet der Streamer intensiv daran, Kunden für sein günstigeres und werbegestütztes Abo-Modell zu gewinnen. Generell haben Streaming-Anbieter mit solchen niedrigpreisigen Abo-Varianten inklusive Werbung zuletzt deutlich stärkeres Wachstum erzielt als mit höherpreisigen Abos (mehr dazu hier).

ARPU bei Spotify am niedrigsten

Spotify hatte zum Jahresende 2024 das erste Mal einen Jahresüberschuss erzielt. Beim Audio-Streamer standen unter dem Strich rund 1,1 Mrd. Euro. Die Abonnentenzahlen waren weiter gewachsen, ebenso der Durchschnittserlös pro Abonnent (und parallel auch das Werbegeschäft). Spotify zählte zum Jahresende 263 Mio. Abonnenten (+11,4 Prozent) mit einem ARPU von 4,69 Euro (+6,8 Prozent). Mit Audio-Content generiert Spotify also im Vergleich zu den Text- und Bewegtbildanbietern einen deutlich niedrigeren Durchschnittserlös pro Abo – doch immerhin wuchs dieser Durchschnittserlös zuletzt stärker als bei den anderen Medienunternehmen. So ist der Abo-Umsatz von 3,7 Mrd. Euro gut doppelt so hoch wie etwa jener der New York Times.

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