Samstag, 15. August 2026

Mit dem Zukauf der Podcast-Plattform will der norwegische Medienkonzern Schibsted seine Audio-Strategie stärken - Foto: Schibsted

Schibsted kauft Podcast-Plattform

Der norwegische Medien- und Onlinehandels-Konzern Schibsted Media stärkt seinen Audiostreaming-Bereich: Nachdem das Unternehmen bereits 2019 in die Podcast-Plattform Podme investierte und seinen Anteil zwei Jahre später auf 91 Prozent erhöhte, übernimmt Schibsted nun auch die restlichen Prozente und erwirbt die Plattform damit komplett.

Durch die Umwandlung in eine hundertprozentige Tochterfirma von Schibsted werden dem Medienunternehmen so potenzielle Kooperationen eröffnet – sowohl in puncto Inhalte als auch bei der Produkt- und Technologieentwicklung. So hat der Verlag zudem nicht nur Einfluss auf den Content, sondern auch auf dessen Distribution.

Per Håkon Fasting, Chief Revenue Officer bei Schibsted Media und zugleich Vorstandsvorsitzender von Podme, kommentiert zu der Übernahme: „Wir freuen uns, dass wir diesen Meilenstein erreicht haben. Dies wäre ohne das Engagement der Gründer Johan Strömberg und Niklas Julin nicht möglich gewesen. Sie waren maßgeblich am Aufbau eines hervorragenden Unternehmens beteiligt, das sich in den letzten Jahren zu einem führenden Anbieter von Premium-Podcasts in Schweden, Norwegen und Finnland entwickelt hat.“

Mit der Übernahme von Podme kann Schibsted nun nicht nur die Inhalte vollständig lenken, sondern auch deren Distribution - Foto: Schibsted

Die Gründer Johan Strömberg (fungierte als CEO von Podme) und Niklas Julin (fungierte als Head of Development von Podme) ergänzen in einem gemeinsamen Statement: „Wir sind unglaublich stolz darauf, dass sich Podme zu einem führenden Anbieter von Premium-Podcasts in den nordischen Ländern entwickelt hat. Es war eine erstaunliche Reise, und wir sind sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit Schibsted Media, all den leidenschaftlichen Podcast-Machern und unseren engagierten Hörern. Vor allem möchten wir unsere fantastischen Kollegen hervorheben, deren Engagement und harte Arbeit entscheidend zu unserem heutigen Erfolg beigetragen haben. Jetzt freuen wir uns darauf, die weitere Entwicklung und Expansion von Podme unter der Führung von Schibsted Media zu verfolgen.“

Verlage investieren international in Audio

Schibsted ist dabei nicht der einzige Verlag, der in eigene Audio-Plattformen investiert. Die New York Times etwa kaufte bereits im März 2020 die Text-to-Speech-Plattform Audm. Diese hat sich darauf fokussiert, lange journalistische Texte in eine Audio-Form umzuwandeln, sodass Hörer diese dann über eine App streamen können.

Ein anderes Fallbeispiel aus Skandinavien aus dem Januar 2023 zeigt, dass man auch Zeitungs- und Podcast-Abos kombinieren kann: Amedia, ein regionales Medienhaus aus Norwegen, investierte damals in den norwegischen Podcast-Produzenten und -Vermarkter „Moderne Media“ aus Oslo, der die Plattform Untold betreibt. Ein erstes Ergebnis dessen war die Vernetzung der Zeitungsflatrate von Amedia mit dem Podcast-Abo von Untold. Ziel dessen war vor allem der Zugang zu Zielgruppen, die die Digital-Angebote der Amedia-Zeitungen und die Podcast-Plattform Untold jeweils für sich vermutlich nur schwer erreicht hätten.

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