Samstag, 15. August 2026

TV auf Platz 1, gefolgt von Radio und Social Media: Über diese Kanäle konsumieren deutsche Nutzer bevorzugt Informationen - Abbildung: blinq Medienumfrage 2025

Mediennutzungsstudie: Deutsche nutzen am liebsten TV, Social Media holt auf

Konsumenten haben aufgrund der Digitalisierung mittlerweile eine Bandbreite an Informationskanälen, aus denen sie wählen können. Trotzdem bleibt das Fernsehen mit 55 Prozent für die Mehrheit der Deutschen auf Platz 1, gefolgt von Radio und Social Media mit jeweils 39 Prozent. Dies ergab eine Umfrage von blinq in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio.

Insbesondere bei den Zielgruppen unter 35 Jahren zeigt sich laut Umfrage ein starker Trend hin zu Social Media: Mehr als die Hälfte dieser Befragten informiert sich auf Social Kanälen. Zudem ergab die Umfrage geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung: Während Frauen häufiger von klassischen Kanälen wie Fernsehen (58 Prozent vs. 53 Prozent bei Männern) und Radio (42 Prozent vs. 37 Prozent bei Männern) Gebrauch machen, greifen Männer eher zu digitalen Formaten. Hier werden intensiver News-Websites (30 Prozent vs. 25 Prozent bei Frauen), Podcasts (18 Prozent vs. 13 Prozent bei Frauen) und Mediatheken (25 Prozent vs. 16 Prozent bei Frauen) genutzt.

Die Mediennutzung ist jedoch auch eine Frage des Alters, denn:

  • in der Altersgruppe von 55 bis 65 Jahren finden sich die meisten Fernsehzuschauer (76 Prozent), Radiohörer (48 Prozent) und Zeitungsleser (32 Prozent)
  • auf Social Media informiert sich mit 55 Prozent besonders häufig und bevorzugt die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen
  • es scheint eine (nicht eindeutige) Tendenz mittlerer Altersgruppen zu geben, besonders oft auf Podcasts, News-Apps und Websites zuzugreifen

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Wie steht es um künstliche Intelligenz?

Beim Einsatz von KI wie ChatGPT oder Perplexity in Redaktionen ist sich mit 85 Prozent der Großteil der Befragten einig: Hier wünschen sie sich mehr Transparenz. Hier ist es also an Medienhäusern, dem zu entsprechen und dies bei der Ausspielung ihrer Inhalte zu berücksichtigen.

Und so sieht es in puncto Vertrauen in Medien aus:

  • Die Deutschen vertrauen mit 42 Prozent am meisten den Öffentlich-Rechtlichen (ARD, ZDF, Deutschlandradio), gefolgt vom Hamburger Spiegel (24 Prozent)
  • Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) gibt an, keinem der großen, überregionalen Medienhäuser zu vertrauen
  • Die Gruppe der jungen Erwachsenen (16 bis 24 Jahre) zeigt besonders hohes Vertrauen: Vorne liegen hier die Öffentlich-Rechtlichen (47 Prozent) und der Hamburger Zeit Verlag (22 Prozent). Zugleich ist der Anteil derjenigen, die gar keinem Medium vertrauen, hier mit 13 % besonders niedrig
  • Auch bezüglich des Vertrauens gibt es geschlechterspezifische Unterschiede: Frauen bevorzugen den Journalismus von Georg von Holtzbrinck (u.a. die Zeit) und ProSiebenSat.1 (17 Prozent vs. 13 Prozent bei Männern), Männer nannten am ehesten Medien wie die FAZ, die Handelsblatt Media Group und Axel Springer.

Die Öffentlich-Rechtlichen liegen hinsichtlich des Vertrauens in Medien bei den Befragten vorne - Abbildung: blinq Medienumfrage 2025

Julian Gottke, Gründer von blinq, kommentiert dazu: „Mich stimmt hoffnungsvoll, dass junge Menschen den Medien Vertrauen schenken – das ist ein gutes Signal für die Zukunft des Journalismus. Vertrauen ist die härteste Währung in unserer Branche. Wir alle – Redaktionen, PR-Verantwortliche und Technologieanbieter – tragen Verantwortung. Saubere Recherchen sind essenziell, auch auf PR-Seite, denn nicht selten bilden unsere Inhalte die Grundlage von Artikeln. Wenn KI im Spiel ist, müssen doppelte Checks zur Pflicht werden. Und vor allem: Transparenz darf kein Nice-to-have mehr sein – sie ist Voraussetzung."

Zur Methodik: Die Umfrage wurde am 3. April 2025 durchgeführt. Befragt wurden 1.001 Personen aus Deutschland, darunter 501 Frauen und 500 Männer. Die Altersstruktur reichte von 16 bis 65 Jahren, mit einem Durchschnittsalter von 41,5 Jahren. Die Erhebung wurde repräsentativ nach Alter und Geschlecht durchgeführt.

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