
Deutsche geben wieder mehr für Streaming-Abos aus, sparen aber gerne durch das Nutzen von Abo-Bundles - Abbildung: Simon-Kucher
Streaming-Studie zeigt: Abo-Bundles liegen im Trend
Das Gesamtbudget der Deutschen im Abo-Bereich steigt wieder an und wächst von knapp 23 Euro auf 30. Trotzdem findet mehr als jeder dritte Deutsche, dass er zu viel für Streaming-Abos ausgibt. Jeder Vierte gibt gar an, mehr Streaming-Dienste als nötig zu nutzen. Die Lösung, auf die viele daher mittlerweile setzen: Super-Bundles, also Paketangebote bei Streaming-Diensten. Ermittelt wurden diese Daten im Zuge der jährlichen Simon-Kucher Studie von der Unternehmensberatung Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Walr.
Die Studie ergab im Einzelnen:
- Eine Zahlungsbereitschaft von 30 Prozent: Deutsche sind bereit, im Jahr 2025 für Streaming-Abos bis zu 30 Euro auszugeben
- 34 Prozent (48 Prozent der unter 39-Jährigen) finden allerdings, dass sie zu viel für Streaming-Abos ausgeben
- Gleichzeitig steigt die Anzahl von Bezahl-Abos im Schnitt von 2,7 auf 2,8 Stück
Warum aber steigt die Zahlungsbereitschaft, wenn doch jeder Dritte findet, er zahle zu viel für die Abos? Lisa Jägerin, Partnerin bei Simon-Kucher, erklärt das so: „User akzeptieren Preiserhöhungen, investieren als zufriedene Kunden aber auch bewusst mehr in Streaming-Angebote.“ Und weiter: „Die Deutschen sind happy mit ihren Streaming-Abos! Selbst bei Mehrausgaben und Überangebot wollen sie sich daher nicht von ihren Lieblingsanbietern trennen.“
So zeigt die Studie: Immer weniger User kündigen ihre Abos – sogar dann, wenn sie ein neues dazubuchen.
Bundles funktionieren – auch mit anderen Inhalten
Um den Geldbeutel trotzdem etwas zu schonen, setzen schon 41 Prozent der Deutschen auf einen Trend, der auch in der Verlags- und Pressevertriebsbranche gängig ist: Bundles. Im Streaming-Markt ist das noch ein relativ neues Phänomen, das aber jetzt schon gut funktioniert, erklärt Sina Gansel, Senior Director bei Simon-Kucher: „Bei Amazon, Netflix und DAZN wird zwar über die Hälfte der Streaming-Abos als Einzelprodukt abonniert, bei allen anderen Streaming-Anbietern aber ist mindestens jedes zweite Abo schon Teil eines Superbundles.“
Noch beliebter ist allerdings das Bündeln mit anderen Inhalten wie TV, Mobilfunk und Internet: Mit knapp 52 Prozent entscheidet die Hälfte der Befragten sich für eine Kombi von verschiedenen Streaming-Anbietern. Die Erkenntnisse in puncto Bundles decken sich dabei mit Ergebnissen der Submix 2025-Studie von der Management- und Technologieberatung Bearing Point: Demnach haben schon ein Viertel der dort Befragten ein Bundle-Angebot mit niedrigerem Gesamtpreis abonniert, 59 Prozent sind daran interessiert (mehr dazu hier).
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Die steigende Beliebtheit der Streaming-Bundles bringt dabei ein weiteres Phänomen mit sich, das auch in der deutschen Verlagsbranche immer selbstverständlicher wird: Zusammenarbeit statt Konkurrenz. Zwar würde noch immer mehr als jeder Dritte (36 Prozent) ein bestehendes Streaming-Abo kündigen, um ein neues dafür abzuschließen. Aber, so betont Sina Gansel: „Der Superbundle-Trend hat auch Einfluss auf den Verdrängswettbewerb im Streaming-Business. Dieser hat sich in letzter Zeit entspannt. Bei den Streaming-Anbietern heißt es immer öfter: Koexistenz statt Konkurrenz.“
Umso wichtiger wird es auch für Streaming-Dienste, die User Needs und das Nutzungsverhalten der User zu verstehen. Dazu teilt die Studie folgende Erkenntnisse:
- 39 Prozent wählen die Inhalte, die sie sich anschauen, sehr gezielt aus
- 22 Prozent ordnen sich der Kategorie Binge-Watcher zu (User, die mehrere Episoden oder Filme am Stück schauen)
- 21 Prozent zählen sich zu den Kunden, die vor allem Mainstream-Angebote nutzen
Die repräsentative Simon-Kucher Simon-Kucher-Studie wurde von April bis Mai 2025 von Simon-Kucher und Walr durchgeführt. Über 1.000 Verbraucher aus Deutschland wurden zu ihrem Streaming-Verhalten, ihren Abos und ihren Budgets befragt. Bei dem Auszug handelt es sich um Teil 1: Zwei weitere Studieneinblicke folgen in den kommenden Wochen.
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