
Mangelnde Glaubwürdigkeit ist für die User einer der Gründe, um eine Plattform zu verlassen - Abb.: AdobeStock, Production Perig
Social-Media-Atlas: Aus diesen Gründen wenden sich User von Plattformen ab
Zwölf Prozent der Social-Media-User haben sich schon einmal von einer Plattform abgewandt, weil sie kein Vertrauen mehr in die dort verbreiteten Informationen hatten. Das geht aus dem Social-Media-Atlas 2025 hervor. Dieser wird jährlich von der Kommunikationsagentur PER Agency gemeinsam mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung sowie dem Marktforschungsinstitut Toluna herausgegeben.
Auch auf TikTok spielt Vertrauen für die Befragten eine Rolle. Die Plattform des chinesischen Unternehmens ByteDance ist eigentlich für Spaß- oder Tanz-Videos bekannt. Jedoch wird TikTok auch zunehmend zur Nachrichtenquelle. Eine Untersuchung des Reuters Instituts zeigt, dass mittlerweile zehn Prozent der Bevölkerung TikTok für den Konsum aktueller News nutzen (hier nachzulesen).
Der Social-Media-Atlas zeigt nun, dass vier Prozent der ehemals regelmäßigen TikTok-Nutzer die Plattform verlassen haben, weil ihnen die dort verbreiteten Informationen unglaubwürdig erschienen. Einen noch höheren Anteil verloren nur X (ehemals Twitter) und der Messenger-Dienst Telegram. Beide büßten jeweils sechs Prozent ihrer Fans wegen Fake News ein. „Der Wunsch nach Unterhaltung bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Wahrheit“, kommentiert Dr. Roland Heintze, geschäftsführender Gesellschafter von PER Agency, die Ergebnisse.
Gen Z reagiert am konsequentesten
Die 16- bis 29- Jährigen begegnen zweifelhaften Nachrichten am kritischsten. 16 Prozent von ihnen haben deshalb schon einmal den Kommunikationskanal gewechselt. In der Altersgruppe der 30- bis 59- Jährigen sind es 14 Prozent, bei den über 60-Jährigen sind es nur sieben Prozent.
Der Unterschied zwischen den Generationen wird noch einmal deutlicher, wenn es um Hass und Hetze in den sozialen Medien geht. 13 Prozent der Gen Z haben bereits eine Plattform verlassen, weil sie dort zu viele menschenverachtende Inhalte erlebt haben. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil deutlich. Bei den 30- bis 44-Jährigen reagieren neun Prozent, bei den über 60-Jährigen nur noch vier Prozent. „Entgegen weit verbreiteter Vorurteile zeigen gerade die Jüngeren Medienkompetenz“, sagt Heintze. „Sie reagieren sensibel auf toxische Inhalte und ziehen klare Konsequenzen.“
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Davon abgesehen stellt der Social-Media-Atlas noch ein weiteres wichtiges Wechselmotiv heraus: Elf Prozent der User haben eine Plattform schon einmal verlassen, weil sie „aus der Mode“ geraten sei. Dieser Grund wird besonders häufig von der Gen Z genannt: 23 Prozent von ihnen haben sich deswegen schon einmal von einem Dienst abgemeldet. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 15 Prozent, bei den über 60-Jährigen nur drei Prozent.
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