Freitag, 14. August 2026

Rund 150 Entscheider aus Verlagen sowie Presse- und Digitalvertrieb tauschten sich beim Distribution Summit 2025 über das Branchen-Geschehen und Erfolgsstrategien aus - Foto: Ole Bader - Sandwichpicker-berlin.com

5 Learnings vom Distribution Summit 2025

Mit zahlreichen Vorträgen und viel Gelegenheit zum Austausch abseits der Bühne liefert der Distribution Summit 2025 des Medienverbands der freien Presse (MVFP) einige Impulse für die Zukunft des Vertriebs. Was wird in den kommenden Monaten wichtig? Wo findet gerade ein Umdenken statt? DNV hat einige Learnings zusammengefasst:

1. FFF-Pläne noch in Wartestellung – aber Umsetzung wird wahrscheinlicher

Die Reform des Presse-Grosso war das bestimmende Thema aus dem Bereich des Print-Vertriebs auf dem Kongress. Dr. Michael Rathje (ehemals Spiegel, künftig DvH Medien) berichtete auf der Bühne, dass die Pläne der Fit-for-Future-Gruppe nach wie vor beim Bundeskartellamt liegen und auf grünes Licht warten. Die Entscheidung solle aber noch im September fallen (mehr dazu hier). Zuversicht wurde auch abseits der Bühne geäußert, dass das Kartellamt die Pläne bewilligen werde. Mittlerweile – so scheint es – vertritt der Großteil des Marktes die Ansicht, dass die Neuaufstellung des Presse-Grosso gemäß dem FFF-Modell Realität werden wird.

2. Print und junge Zielgruppen? Schwierig…

Um die Mediennutzung junger Menschen für Verlags- und Vertriebsmanager greifbarer zu machen, hatte der MVFP zwei „Vertreterinnen“ der Gen Z nach Hamburg eingeladen, um beim Distribution Summit Rede und Antwort zu stehen. Es bestätigte sich auch dort, dass Social Media, Audio und Bewegtbild die Mediennutzung der jungen Generation dominieren.

Sebastian Ganske, Geschäftsführer von Jahreszeiten Verlag und Leserkreis Daheim, stellte dann die Frage: Wie kann Print für die Gen Z attraktiv werden. Die ernüchternde Antwort: kaum. Einig waren sich die beiden jungen Erwachsenen, dass Print für ihre Generation höchstens ein Nischen-Angebot sein könne und die Nachfrage nach etwas Haptischem eher klein sein dürfte. Attraktiver werden könne Print zumindest in Verbindung mit zusätzlichen Mehrwerten – so, wie es Kinderzeitschriften mit den beigefügten Gadgets für die ganz jungen Leser praktizieren.

3. Brauchen Zeitschriften eine Aufwertung?

Apropos Mehrwerte: Auch Volker Wiem, Mit-Inhaber von Edeka Niemerszein, hatte einige Anregungen für Verlags- und Vertriebsmanager. Wiem ist grundsätzlich ein Fürsprecher für Print und deshalb gern gesehener Gast in Pressevertriebs-Community. Seine Anregungen wirkten aber eher wie ein Appell, wieder mehr in Print-Zeitschriften zu investieren. Dafür hatte er gleich eine ganze Reihe von konkreten Vorschlägen parat: höhere Druckqualität, mehr Kreativität und langlebigere Produkte, um nur einige Punkte zu nennen.

Gerade weil Wiem einer ist, der sich bislang immer für ein großes Presseregal im Lebensmitteleinzelhandel ausspricht, dürften die Kongress-Teilnehmer genau zugehört haben.

4. Paid Content ist ein langer und mühsamer Weg

Auf der Digitalseite des Vertriebsgeschäft setzt sich indes mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Digital-Abos allein nicht zwingend der einzige goldene Weg in die Zukunft sein müssen. Insbesondere im Zeitungsmarkt legen erste Regionalverlage mittlerweile doch wieder einen stärkeren Fokus auf Reichweite und digitales Werbegeschäft.

Darauf angesprochen, bestätigte Erik Markert, der als Head of Paid Content der Mediengruppe Pressedruck für das digitale Abo-Geschäft einer der großen Regionalzeitungsgruppen in Deutschland mitverantwortlich ist: „Paid Content ist ein Produkt, das viele Jahre braucht.“ Er sei aber dennoch davon überzeugt. Schließlich habe man beim E-Paper auch lange gebraucht, bis es zu einer substanziellen Säule im Vertrieb werden konnte. „Man braucht Durchhaltevermögen, aber wir sehen eine Perspektive und Potenzial“, so Markert. Und schmunzelnd fügte er hinzu: „Aufgeben ist nicht erlaubt.“

5. Der persönliche Kontakt wird zukunftsweisend

Was aber ist dann der goldene Weg in die Zukunft der Verlagsbranche? Auf welche Geschäftsfelder und Strategien sollte man setzen? Malte Schwerdtfeger, Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlags und der Deutschen Medien-Manufaktur, hatte einige vielversprechende Ansätze seines Hauses mitgebracht. Wie viel von seiner Idee der digitalen Dienstleistungsgeschäfte auch auf andere Verlage übertragbar ist – unklar.

In einem war sich Schwerdtfeger aber sicher: „Wir müssen den direkten Kontakt zum Konsumenten ausbauen und stärken.“ Dies sah er insbesondere auch mit Blick auf weitere Umwälzungen durch KI als Chance. Es ist ein Gedanke, der auch in den vergangenen Monaten schon hier und da in der Branche geäußert wurde – sich nun aber zunehmend als Gewissheit herauszustellen scheint.

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