Freitag, 14. August 2026

Der BVDW-Präsident Dirk Freytag und Dmexco-Markenchefin Verena Gründel eröffneten gemeinsam das Event - Foto: Koelnmesse

Dmexco 2025: 4 Learnings von dem Digital-Marketing- und Tech-Event

Am 17. und 18. September 2025 fand die Dmexco statt. Unter dem Motto 'Be Bold. Move Forward.' wurde zwei Tage lang über Trends im Digital Marketing gesprochen. Über 40.000 Teilnehmende kamen dafür in Köln zusammen. Mehr als 1.000 internationale Experten auf 17 Bühnen gestalteten das Programm, rund 700 Aussteller und Partner waren vor Ort.

Verena Gründel, Director Brand & Communications bei der Dmexco, zieht ein positives Fazit: „Die Atmosphäre auf der Dmexco war in diesem Jahr etwas ganz Besonderes – voller Energie, Aufbruch und echter Innovationskraft. Trotz aller Herausforderungen haben wir gesehen, wie mutig und kreativ die Branche nach vorne denkt. Unser Motto 'Be Bold. Move Forward.' hat hohe Wellen geschlagen: Es war auf den Bühnen, in den Gängen und an den Ständen spür- und hörbar. Der Plan ist aufgegangen – Mut war das Thema, und die Botschaft ist angekommen. Ich bin überzeugt, dass diese zwei Tage die europäische Digital-Marketing-Szene einen großen Schritt vorangebracht haben.”

DNV war ebenfalls vor Ort und hat nach Insights für die Verlags- und Pressevertriebsbranche gesucht. Im Folgenden haben wir einige interessante Aussagen zusammengefasst:

1. Alle, die in irgendeiner Form Inhalte produzieren, können damit mittelfristig nicht mehr erfolgreich sein.

Seitdem Google mit „AI Overviews“ KI-basierte Zusammenfassungen auf Suchanfragen liefert, berichten Publisher von Traffic-Verlusten auf ihren Websites. Dieses Thema betrifft aber auch andere Branchen: Wenn Menschen die Chatbots nach Kaufempfehlungen fragen, können letztlich die KI-Anbieter darüber entscheiden, welche Produkte gekauft werden. Entsprechend wurde auf der Dmexco viel darüber diskutiert, wie Marken im KI-Zeitalter sichtbar bleiben können.

Auf einem Panel zu diesem Thema sagte Torsten Beeck, Editor-in-Chief bei Heise Medien, dass alle Unternehmen, die eigene Inhalte produzieren, nun um ihre Wertschöpfung gebracht werden. „Und ich weiß nicht, ob wir uns gegen diese langfristige Entwicklung wehren können“, gesteht er. Daher investiert Heise u.a. in die Tiefe seiner Angebote sowie in seine Communities und macht die Menschen hinter der Marke sichtbar, um Vertrauen zu fördern und die Leser direkt an die Marke zu binden.

2. Medienmarken müssen sich von einem Informationsmedium zu einem Kommunikationsmedium entwickeln.

Axel-Springer-CMO Christoph Eck-Schmidt zeigte, wie Bild die Kommunikation mit seinen Usern deutlich erhöht – und zwar mit dem hauseigenen Chatbot „Hey_“. Leser sollen sich erst durch die Inhalte von Bild inspirieren lassen und anschließend weiterführende Fragen an den Chatbot richten. Das Angebot wird gut angenommen, so Eck-Schmidt. In den zwei Jahren, in denen es „Hey_“ nun gibt, wurden bereits 170 Mio. Fragen beantwortet. Fünf Mio. User nutzen den Chatbot monatlich. Eine weitere Erkenntnis: Diejenigen User, die den Chatbot nutzen, bleiben doppelt so lange auf der Seite. „Hey_“ trägt somit dazu bei, die Nutzer länger im eigenen Angebot zu halten.

Über 40.000 Besucher kamen für die Dmexco nach Köln - Foto: Koelnmesse

3. Communities funktionieren am besten, wenn man mehr gibt, als man nimmt.

Bei Community Building geht es immer darum, den Mitgliedern echte Mehrwerte zu bieten. Marken machen aber oft den Fehler, sich selbst auf die Bühne zu stellen, so Oliver Wendt, Head of Sales DACH bei Reddit. Man sollte sich somit eher fragen, was die Community wirklich braucht.

Und laut Ann-Katrin Schmitz verlangen Communities gar nicht so viel. Die Gründerin von Baby got Business und Social-Media-Expertin ist der Meinung, dass Community Building nicht so kompliziert ist, wie es oft gemacht wird. Die Mitglieder wollen gesehen werden von den Marken und Creatoren, sie wollen in den Dialog und Austausch kommen, sie wollen mitentscheiden und sich ab und zu im echten Leben treffen.

4. Wer auf Social Media groß rauskommen will, muss eine Connection zur Community aufbauen – und hier kommt Longform-Content ins Spiel.

Shortform- und Longform-Viewer haben nicht denselben Wert, sagt Mario Joos. Er ist Experte für die Creator Economy und hat schon mit großen Creatoren wie MrBeast und Stokes Twins zusammengearbeitet. Laut ihm generiert Shortform-Content auf Social Media vor allem Awareness. Longform-Content bietet dahingegen mehr Möglichkeiten, in die Tiefe zu gehen. Viewer können hier eher eine Verbindung aufbauen.

„TikTok ist die Laufkundschaft, Twitch ist dein Stammlokal“, sagt ein Creator in einem anderen Panel und beschreibt damit auch die unterschiedlichen Communities auf den Plattformen. Seiner Erfahrung nach sind die User auf Instagram zurückhaltender als auf anderen Plattformen. Der Austausch findet dort eher in den DMs statt. Auf TikTok sind die User mitteilungsbedürftiger und schreiben mehr Kommentare. Auf Twitch dahingegen ist der Austausch „enger“, sagt er. Die Community will sich dort intensiver austauschen und mit dem Creator interagieren. Hier kann eine echte Connection besser entstehen.

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Der Termin für die nächste Dmexco steht bereits fest: 2026 findet das Digital-Marketing- und Tech-Event am 23. und 24. September wieder in Köln statt.

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