Samstag, 15. August 2026

Social Media: Konkurrenz oder Unterstützung, wenn es ums Lesen geht? - Abbildung: Adobe Stock, Imagination Studio

BookTok & Co.: Jeder Dritte lässt sich online zu Büchern inspirieren

Egal ob BookTube, Bookstagram oder Booktok: Soziale Medien zahlen auf das Leseverhalten der (deutschen) Konsumenten ein. Wer Buchempfehlungen seiner Lieblings-Influencer ausgespielt bekommt, ist mitunter gewillter, ein Buch zu kaufen – und das treibt schlussendlich auch die Umsätze. Eine neue Studie von Bitkom Research bestätigt: Soziale Netzwerke bringen auch weiterhin frischen Wind in die Buchbranche.

Das sind die einzelnen Ergebnisse der Studie:

  • 29 Prozent der Social-Media-Nutzer haben schon einmal ein Buch gelesen, das ihnen in sozialen Netzen zum Beispiel von Influencern empfohlen wurde
  • Für 16 Prozent sind soziale Netzwerke die wichtigste Inspirationsquelle für neue Bücher
  • Mit 52 Prozent sagt knapp die Hälfte der Deutschen, dass Beiträge, Empfehlungen und Diskussionen zu Büchern in sozialen Netzwerken dem Lesen ein moderneres Image verleihen würden (dabei stimmen 58 Prozent der Social-Media-Nutzer zu)
  • Insgesamt 41 Prozent sehen in Social Media allerdings auch eine Konkurrenz zum Lesen als Hobby (dabei stimmen 39 Prozent der Social-Media-Nutzer zu)

Was außerdem hier wieder gut funktioniert, ist die Personenbindung. Denn 22 Prozent der Social-Media-Nutzer geben an, Bookfluencern, Autorinnen und Autoren sowie Literatur-Accounts zu folgen. Konstantin Peveling, Socual-Media-Experte beim Bitkom, kommentiert dazu: „Phänomene wie BookTok zeigen, welchen Einfluss soziale Netzwerke heute auf den Literaturbetrieb haben. Besonders Videos erreichen dort Millionen von Menschen, Titel schaffen es durch die Plattformen in die Bestsellerlisten. Zugleich bildet sich eine Community, in der sich Leserinnen und Leser austauschen – und sogar Buchhandlungen reagieren inzwischen mit eigenen Regalen zu Titeln, die in sozialen Netzwerken besonders beliebt sind.“

Präsenz auf Social Media: Gerade für jüngere Zielgruppen unerlässlich

Gerade TikTok hat sich für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage als strategisch wichtige Plattform etabliert, um insbesondere junge Zielgruppen anzusprechen. Die App bietet nicht nur die Möglichkeit, Inhalte kreativ und visuell ansprechend aufzubereiten, sondern auch, redaktionelle Marken in popkulturelle Kontexte einzubetten. Durch kurze, aufmerksamkeitsstarke Videos können Verlage ihre Reichweite erhöhen, ihre Markenbindung stärken und sich als Teil digitaler Diskurse positionieren. Die Plattform eignet sich dabei besonders für Eventberichterstattung, Personality-getriebenen Content und den schnellen Austausch mit der Community – Aspekte, die für die Ansprache einer medienaffinen, jüngeren Leserschaft zunehmend entscheidend sind.

Lesen Sie dazu: DNV-Analyse: Der aktuelle Stand von Pressetiteln auf TikTok

Über die Studie:

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 772 Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 33 bis KW 38 2025 statt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie bzw. Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“.

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