Samstag, 15. August 2026

Die meisten Befragten nutzen Kurzvideos zur Unterhaltung. Aber rund ein Drittel schaut TikToks, Reels und Shorts auch, um sich gezielt zu informieren - Abb.: Medienanstalten

Video Trends 2025: Kurzvideo-Konsum legt zu

Der Konsum von Kurzvideos auf TikTok, Instagram und YouTube steigt über alle Altersgruppen hinweg. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren nutzt mindestens eines dieser Angebote regelmäßig. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 93 Prozent, die mindestens eine der drei Apps nutzen. Instagram Reels sind das meistgenutzte Angebot bei den unter 50-Jährigen, insbesondere bei den 20- bis 29-Jährigen und bei Frauen. TikToks werden vor allem von Jüngeren geschaut, während YouTube Shorts altersübergreifend genutzt werden. Das geht aus der aktuellen Auflage der jährlichen Studie „Video Trends“ der Medienanstalten hervor.

Die Hauptmotivation für das Schauen von TikToks, Instagram Reels und YouTube Shorts ist Unterhaltung (58 Prozent), gefolgt vom Bedürfnis nach Entspannung (42 Prozent). Kurzvideos werden außerdem häufig in „Leerlauf“-Situationen geschaut, um Langeweile zu vertreiben. Und einige Befragte nutzen Kurzvideos auch, um Neues zu lernen (40 Prozent) oder neue Trends zu entdecken (37 Prozent).

Politische Relevanz von Kurzvideos

Rund ein Drittel nutzt Kurzvideos außerdem, um sich gezielt zu informieren. Laut der Studie schauen 32,6 Mio. Menschen mindestens gelegentlich Kurzvideos zu politischen oder gesellschaftlichen Themen. So hat beispielsweise etwa ein Drittel der Nutzenden speziell Kurzvideos zur Bundestagswahl 2025 gesehen. Dabei waren für etwa jeden Fünften Kurzvideos zur Bundestagswahl eher oder sehr wichtig für die Wahlentscheidung.

Journalistische Inhalte spielen auf den Kurzvideoplattformen aber eine nachgeordnete Rolle. Vielmehr erreichen die Akteure ihre Zielgruppen dort direkt: Laut den Befragten stammen die meisten Kurzvideos zur Bundestagswahl von politischen Parteien (52 Prozent) sowie von Politikern (51 Prozent). Dahinter folgen Privatpersonen (43 Prozent) und Influencer (40 Prozent). Inhalte von Journalisten und etablierten Medien rangieren erst an fünfter Stelle mit 35 Prozent.

Außerdem interessant: Knapp 40 Prozent finden politische Themen in Kurzvideos oft zu einseitig dargestellt. Gleichzeitig würden diese Dienste für viele Nutzende Informationen bieten, die sie in klassischen Medien nicht finden.

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Dr. Eva Flecken, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), sagt zu den Ergebnissen: „Mit der steigenden Nutzung über alle Altersgruppen hinweg rücken aus regulatorischer Sicht Fragen wie die der Vielfaltssicherung, der Transparenz algorithmischer Systeme und der Auffindbarkeit verlässlicher Informationen in den Fokus. Empfehlungsmechanismen müssen nachvollziehbar und diskriminierungsfrei ausgestaltet sein, um eine faire Sichtbarkeit gesellschaftlich relevanter Inhalte zu gewährleisten. Kurzvideos sind längst nicht mehr nur ein Unterhaltungsphänomen für zumeist jüngere Menschen, sondern ein zunehmend meinungsbildender und damit relevanter Kommunikationsraum, der klare Transparenz- und Vielfaltsstandards erfordert.“

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