
Nach gut fünf Jahren als Geschäftsführer des Spiegel-Verlags will Stefan Ottlitz beruflich neue Wege gehen - Foto: Anna Dittrich - Der Spiegel
Spiegel-Verlag: Geschäftsführer Stefan Ottlitz kündigt Abschied an
Bei der Spiegel Verlagsgruppe in Hamburg steht eine Veränderung in der Geschäftsführung bevor. Seit 2020 bilden Thomas Hass und Stefan Ottlitz das Führungs-Duo an der Spitze des Verlags (wobei Hass als Vorsitzender agiert). Stefan Ottlitz nimmt nun seinen Hut und verlässt das Unternehmen. Damit wird Thomas Hass künftig wieder als alleiniger Geschäftsführer agieren.
Stefan Ottlitz gehe auf eigenen Wunsch und wolle „beruflich einen neuen Impuls“ setzen, heißt es von Verlagsseite. Er verlasse das Unternehmen „im besten Einvernehmen mit den Gesellschaftern“. Bis Sommer 2026 werde er die Spiegel-Gruppe noch in einer beratenden Rolle unterstützen.
Ottlitz, Jahrgang 1976, war einst 2018 als Leiter der Produktentwicklung zum Spiegel-Verlag zurückgekehrt, für den er einst schon mal als Chef vom Dienst, Textchef und geschäftsführender Redakteur von Spiegel Online tätig war. Zwischenzeitlich hatte er seit 2011 als Chefredakteur von SZ.de gewirkt, dem Digitalangebot der Süddeutschen Zeitung, und seit 2014 auch Mitglied der Chefredaktion der SZ. Frühere Stationen waren zudem unter anderem die Abendzeitung und die Financial Times Deutschland.
Das sagen die Beteiligten zu der Personalie:
Markus Brauck, Vorsitzende der Mitarbeiter KG (die die Mehrheit am Verlag kontrolliert): „Wir sind Stefan Ottlitz zu großem Dank verpflichtet. Er hat die ökonomisch und publizistisch sehr erfolgreiche Strategie des Spiegel in den letzten Jahren entscheidend mitgestaltet, vor allem beim digitalen Abo-Modell, der Erweiterung der Marke und neuen Produkten. Es war ein Glücksfall für den Spiegel, ihn in dieser Zeit der digitalen Transformation mit seinem Elan an Bord zu haben. Wir wünschen ihm für die nächste Lebensetappe alles Gute. Mit dem Weggang von Stefan wird Thomas Hass, der den Spiegel ab sofort als alleiniger Geschäftsführer leitet, sein Führungsteam neu aufstellen. Dazu wird der Verlag in den nächsten Tagen informieren.“
Geschäftsführer Thomas Hass: „Ich danke Stefan Ottlitz für die sehr gute und enge Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Er hat die digitale Transformation des Spiegel entscheidend mitentwickelt und vorangebracht und dabei wichtige Impulse für unsere Produkte, Prozesse und die Weiterentwicklung unserer Marke gesetzt. Sein strategischer Blick und seine Gestaltungsfreude haben das Haus nachhaltig geprägt. Für seine nächsten Schritte wünsche ich ihm persönlich und beruflich alles Gute.“
Stefan Ottlitz: „Meine acht Jahre in verantwortlichen Rollen beim Spiegel waren von einer umfassenden Transformation unserer Produkte und Prozesse geprägt. Ich bin allen Kolleg*innen im Haus sehr dankbar dafür, dass ich vieles in vorderster Reihe mitgestalten durfte, immer mit dem Ziel, die wirtschaftliche und journalistische Unabhängigkeit unserer Marken langfristig zu sichern. Meinem langjährigen Kollegen Thomas Hass möchte ich besonders für eine enge Zusammenarbeit danken, wie man sie im Job nur selten erlebt. Zur Unabhängigkeit gehört, sich persönlich immer wieder die Frage zu stellen, was man im Leben noch machen will. Ich habe für mich entschieden, an diesem Punkt wieder einen neuen Impuls zu suchen. Ich habe darüber früh das Gespräch mit unseren Gesellschaftern gesucht, wir haben wie immer in den vergangenen Jahren gut zusammengefunden. Ich freue mich, den Spiegel in den nächsten Monaten als Berater zu begleiten, und wünsche dem gesamten Unternehmen und Team alles Gute für die Zukunft.“
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Wolfgang Rakel 26.11.2025





