
Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz verkündet neue Orga-Struktur - Foto: Tamedia
Tamedia trennt Print und Digital
Bei dem Schweizer Medienhaus Tamedia in Zürich wird es ab März 2026 eine neue Struktur geben. Die Markt-Aktivitäten Print und Digital werden organisatorisch voneinander getrennt und in zwei eigenständigen Geschäftsbereichen geführt: Premium Digital sowie Premium Print & E-Paper.
Ziel dieser neuen Struktur ist es, das attraktivste digitale Bezahlangebot der Schweiz zu schaffen und Reichweite, Relevanz und Ertragskraft der journalistischen Angebote nachhaltig zu stärken. Qualitativ hochwertige Print-Produkte sollen zentraler Bestandteil des Tamedia-Portfolios bleiben und mit moderen E-Paper-Angeboten gestärkt werden.
Die neue Orga-Struktur ist mit einem Stellen-Abbau zwischen 25 und 30 Vollzeitstellen verbunden. Die Organisation der Redaktionen bleibt unverändert und die Kernmarken sind vom Personalabbau nicht betroffen.
Die neue Tamedia-Struktur
Die neue Tamedia-Struktur, die das Ergebnis des im August 2024 angestoßenenen Transformationsprozeesses ist, besteht aus vier Bereichen. Den Bereich Publizistik leitet Simon Bärtschi, den GF-Bereich Premium Digital leitet Marc Isler, den GF-Bereich Premium Print & E-Paper leitet Jürg Moslmann und der Bereich Technology wird von Marcel Holderer geführt.
Neu geschaffenen wird zudem die Einheit AI & Data, in der alle Abteilungen zusammengeführt werden, die sich mit den entsprechenden Themen befassen. Die Leitungs dieser Einheit übernimmt Nadia Kohler. Sie berichtet direkt an die CEO Jessica Peppel-Schulz.
Die aus Hamburg stammende Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz: "Die Medien-Nutzung und der Werbemarkt haben sich grundlegend verändert. Diese Realität gilt es zu akzeptieren und sich danach auszurichten, damit Tamedia auch morgen für Qualitätsjournalismus steht. Mit der organisatorischen Trennung der Geschäftsbereiche Print und Digital verbessern wir die Nutzerorientierung unserer Produkte weiter. Gleichzeitig nutzen wir AI und Data gezielt, um differenzierend Journalismus zu ermöglichen, der wirtschaftlich nachhaltig ist. Das sichert unsere Unabhängigkeit und ermöglicht es uns, das attraktivste journalistische Bezahlangebot der Schweiz anzubieten. Der damit verbundene Stellenabbau schmerzt, jede verlorene Kollegin schmerzt, jeder verlorene Kollege schmerzt. Besonders belastend ist es natürlich für die Betroffenen selbst, aber auch für die Teams und für das gesamte Tamedia Management ist das sehr schwierig. Wir müssen diese Verantwortung aber übernehmen, um Journalismus und Tamedia eine Zukunft zu geben. Umso wichtiger ist es, diese Schritte verantwortungsvoll, mit Respekt und Würde umzusetzen, und mit einem Sozialplan, der die Betroffenen bei den nächsten Schritten unterstützt."
Das Zürcher Medienhaus, das zur TX Group gehört, geht auf den 1893 gegründeten Tages-Anzeiger zurück, der nach wie vor das publistisches Flaggschiff ist. Zu den weiteren Medienmarken von Tamedia zählen unter anderem 24 heures, Basler Zeitung, Bilan, BZ Berner Zeitung, Das Magazin, Der Bund, Finanz und Wirtschaft, Le Matin Dimanche, Schweizer Familie, SonntagsZeitung, Tages-Anzeiger, Tribune de Genève sowie die Zürcher Regionalzeitungen (ZRZ). Auf der Tamedia-Payroll stehen rund 1.300 Beschäftigte.
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Peter Strahlendorf 27.01.2026





