
Immer mehr Online-Shopper machen Gebrauch von Spar- und Nachbestell-Abos - Abbildung: Adobe Stock, MT
Abo-Commerce gewinnt an Fahrt – aber noch langsam
Warum Produkte einzeln bestellen, wenn sie auch automatisch geliefert werden können? Diese Frage stellen sich inzwischen viele Online-Shopper in Deutschland – und ein wachsender Teil von ihnen setzt auf sogenannte Spar- und Nachbestell-Abos. Eine aktuelle Befragung des Digitalverbands Bitkom zeigt nun, wie verbreitet dieses Modell tatsächlich ist.
Demnach nutzt rund ein Viertel (23 Prozent) der Befragten ab 16 Jahren mindestens ein solches Abo. Dabei geht es vor allem um Produkte des täglichen Bedarfs: Shampoo, Waschmittel, haltbare Lebensmittel oder Blumen. Online-Shops bieten für ausgewählte Artikel automatische Lieferintervalle an, die den Einkauf vereinfachen und regelmäßige Zustellung garantieren. Bitkom-Expertin Nastassja Hofmann führt aus, warum das für beide Seiten vorteilhaft sein kann: „Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren vom Komfort und oft auch Preisvorteilen. Unternehmen können wiederkehrende Nachfrage besser planen, Prozesse effizienter gestalten und die Kundenbindung stärken.“
Der Studie zufolge haben Nutzer dieser Modelle im Durchschnitt drei aktive Abos. Ein gutes Drittel (37 Prozent) beschränkt sich derzeit auf ein einziges Abo, fast die Hälfte (47 Prozent) liegt zwischen zwei und vier aktiven Abonnements. Etwa 16 Prozent nutzen bereits fünf oder mehr automatische Nachbestellungen.
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Im Gesamtmarkt zeigt sich allerdings ein gemischtes Bild. Trotz der Vorteile – geringerer Aufwand, mögliche Preisersparnisse und zuverlässige Verfügbarkeit – bleibt die Verbreitung noch überschaubar. Rund 72 Prozent geben an, bislang keinerlei Spar- oder Nachbestell-Abos zu nutzen. Laut Hofmann liegt das vor allem daran, dass Abo-Commerce vielen weiterhin wenig vertraut ist und Informationsbedarf besteht: „Shoppen per Abo ist für viele noch Neuland. Damit der Abo-Commerce mehr Anhänger findet, braucht es vor allem transparente und verständliche Informationen – etwa zu günstigeren Preisen im Abo, flexiblen Laufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten.“
Abo-Commerce bleibt damit ein Wachstumsfeld, das sowohl für Händler als auch für Nutzer Potenzial bietet: Unternehmen können ihre Nachfrage besser planen und Kunden langfristig an sich binden, während diese von Bequemlichkeit und planbaren Kosten profitieren. Wie schnell sich das Modell auf dem Massenmarkt durchsetzt, hängt jedoch unter anderem davon ab, wie klar und verständlich die Vorteile kommuniziert werden.
Hintergrund zur Studie:
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.120 Internetnutzer, darunter 1.072 Online-Shopperinnen und -Shopper in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum KW 40 bis KW 41 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Frage lautete: „Wie viele Spar-Abos bzw. Nachbestell-Abos von Online-Shops bzw. Händlern haben Sie?“
Vivian Katharina Bissel 05.02.2026





