Samstag, 15. August 2026

taz-Geschäftsführer Andreas Marggraf sieht sich durch die positiven Abonnenten-Zahlen in der Strategie der taz bestätigt - Foto: Christian Mang

taz: Fast 90 Prozent der Printabonnenten wechseln erfolgreich ins Digitalangebot

Die taz zieht wenige Monate nach der sogenannten „Seitenwende“ eine positive Bilanz. Mit der Einstellung der gedruckten Werktagsausgabe und dem vollständigen Wechsel auf ein digitales E‑Paper-Angebot hat die Zeitung einen bedeutenden Schritt vollzogen. Nun zeigen die Zahlen: Die Leserschaft trägt diesen Kurs breit mit. Nach Angaben des Hauses sind 89,3 Prozent der täglichen Printabonnenten dem Produkt treu geblieben – deutlich mehr als die ursprünglich erwarteten 70 Prozent.

Ausgehend von knapp 14.600 Printabos im Oktober 2025 haben damit rund neun von zehn bisherigen Printlesern auf ein digitales Angebot umgestellt. Etwa 70 Prozent nutzen weiterhin ein Kombi-Abo aus digitaler Tagesausgabe und gedruckter Wochen-taz. „Dass so viele mit ins Digitale gegangen sind, übertrifft unsere Erwartungen deutlich,“ sagt taz‑Geschäftsführer Andreas Marggraf. „Diese Zahl zeigt vor allem eines: Unsere Leser*innen vertrauen der taz und unterstützen den Wandel.“

Freiwilliges Spendenmodell wächst ebenfalls

Nach Angaben des Hauses haben im Zuge der Umstellung auch zahlreiche neue Nutzer ein Probe-Abo abgeschlossen und sind anschließend dabeigeblieben. Das freiwillige Bezahlmodell „taz zahl ich“ wächst parallel weiter und zählt derzeit 48.500 Unterstützer. Für Chefredakteurin Katrin Gottschalk ist das ein Zeichen für die fortgesetzte Relevanz des Angebots: „Unabhängiger Journalismus bleibt zukunftsfähig, wenn er von einer solidarischen Community getragen wird. Und unsere wächst: Wir erreichen gerade so viele Menschen wie noch nie.“

Der erfolgreiche digitale Neustart wirkt sich auch auf die wirtschaftliche Lage der taz aus. Vorstand und Aufsichtsrat haben deshalb beschlossen, die Gehälter der Mitarbeitenden ab März zu erhöhen und zusätzlich einen Bonus für das Geschäftsjahr 2025 auszuzahlen. Dazu sagt Anja Mierel aus dem taz‑Vorstand: „Die Seitenwende der taz ist ein großartiger Erfolg, auf den wir alle heute stolz sind. Und die Arbeit der taz‑Mitarbeitenden ist die Basis dafür. Da ist nicht nur ein Bonus fällig. Es ist auch an der Zeit, die taz‑Gehälter anzuheben – immer mit Augenmaß, aber eben auch nachhaltiger, als das bisher möglich war.“

Die taz sieht sich damit auf Kurs, das eigene digitale Portfolio weiter auszubauen und die Transformation des Hauses langfristig abzusichern.

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