Freitag, 14. August 2026

Während die Zahlungsbereitschaft für Online-News sinkt, wandert die Nutzung immer stärker auf die Social-Media- und Video-Plattformen - Abb.: Reuters Institute for the Study of Journalism

Reuters Report 2026: 6 Erkenntnisse für den Vertrieb

Das Reuters-Institut hat seinen viel beachteten Jahresreport zum Status quo der digitalen Nachrichtenwirtschaft veröffentlicht. Auf Basis einer Befragung von rund 96.000 in 48 Ländern weltweit wurden detaillierte Daten zur Nutzung von und Zahlungsbereitschaft für Online-News ermittelt. DNV hat Erkenntnisse herausgefiltert, die insbesondere auch für den Vertrieb wissenswert sind:

  • Die Zahlungsbereitschaft für Online-News ist leicht rückläufig – sowohl global als auch in Deutschland. Hierzulande zahlen elf Prozent für digitale Nachrichten (-2 Prozentpunkte), weltweit sind es im Durchschnitt 17 Prozent (-1 Prozentpunkt). Einige Länder haben eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft, darunter die USA (16 Prozent), Irland (22 Prozent), Australien (23 Prozent) und Norwegen (40 Prozent).

  • Bezahlt wird v.a. für die Angebote traditioneller Medienunternehmen (56 Prozent). Etwas geringer ist die Zahlungsbereitschaft für rein digitale Nachrichtenanbieter (22 Prozent), Aggregatoren (18 Prozent), Special-Interest-Anbieter (18 Prozent), Einzelpersonen (15 Prozent) und Non-Profit-/gemeinnützige Organisationen (13 Prozent).

  • Hauptargument für die Zahlungsbereitschaft sind weiterhin nutzwertige Inhalte (43 Prozent). Zu den weiteren relevanten Argumenten gehört, den Journalismus zu unterstützen (30 Prozent), Zeitvertreib (28 Prozent), Werbefreiheit (27 Prozent), ein zeitlich begrenzter Rabatt (22 Prozent) und die Identifikation mit dem Nachrichtenanbieter (18 Prozent).

  • Die Nutzung von Online-Nachrichten verlagert sich immer stärker weg von Websites/Apps hin zu Social-Media- und Video-Plattformen – und 2026 ist der Wendepunkt. 54 Prozent beziehen nun digitale News über Social Media und Online-Video-Plattformen (+3 Prozentpunkte), nur noch 51 Prozent über Websites/Apps (-2 Prozentpunkte). Speziell bei Nachrichten in Video-Form ist der Unterschied noch größer (via Social Media/Online-Video-Plattform: 69 Prozent, via Website/App: 23 Prozent).

  • 10 Prozent nutzen mindestens einmal pro Woche einen KI-Chatbot, um sich über Nachrichten zu informieren (Vorjahr: 7 Prozent). In Deutschland liegt der Anteil mit 5 Prozent deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Und es gibt einen Alterseffekt: Bei den Unter-35-Jährigen liegt der Anteil bei 16 Prozent, bei den Älteren bei sieben Prozent. Übergreifend Klicken nur vier Prozent klicken oft/immer auf den verlinkten Artikel (in Suchmaschinen liegt dieser Anteil immerhin bei 19 Prozent, in Social Media bei 17 Prozent)

  • 42 Prozent der Befragten meiden oft oder zumindest manchmal die Nachrichten. In Deutschland liegt der Anteil bei 40 Prozent und damit drei Prozentpunkte über Vorjahr. Das Vertrauen in Nachrichten ist hingegen hierzulande leicht gestiegen (46 Prozent, +1 Prozentpunkt), während der Anteil im globalen Durchschnitt gesunken ist (-3 Prozentpunkte auf 37 Prozent).

Der gesamte Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism kann hier herunterladen werden.

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