
Lilli Stegner soll künftig die Bereiche Audio, Social Media und Community bei der Rheinische Post weiterentwickeln - Foto: Andreas Bretz/RPM
Rheinische Post beruft neue Leiterin Social Media, Audio & Community
Verlage stehen zunehmend vor der Aufgabe, ihr Publikum nicht mehr nur über die eigene Website zu erreichen, sondern aktiv über soziale Netzwerke, Podcasts und digitale Communitys zu binden – gerade angesichts von KI-Suchmaschinen, die klassische Verlinkungen zunehmend ersetzen. Die Rheinische Post (RP) hat dafür eine eigene Leitungsposition geschaffen, die nun neu besetzt wird: Zum 1. August 2026 übernimmt Lilli Stegner die Leitung des Teams Social Media, Audio & Community bei der RP. Sie folgt auf Hanna Fecht, die sich anderen beruflichen Aufgaben außerhalb der Mediengruppe widmet.
In der neuen Position verantwortet Stegner die strategische redaktionelle Weiterentwicklung aller relevanten externen Plattformen und Kanäle sowie den Aufbau direkter Beziehungen zu Nutzern im digitalen Raum, wie die Rheinische Post Mediengruppe (RPM) mitteilte. Sie berichtet künftig direkt an die Chefredaktion.
Stegner ist der RP seit 2017 verbunden: Sie kam zunächst als studentische Hilfskraft für die App-Redaktion zum Haus, absolvierte anschließend die hauseigene Journalistenschule und war im Ressort Report tätig. Zuletzt leitete sie als Projektleiterin den Bereich Audio & Podcasts. Die 1992 in Pirmasens geborene Journalistin hatte zuvor Medien- und Kulturwissenschaft in Düsseldorf studiert.
Bündelung als strategische Entscheidung
„Die Rheinische Post ist längst viel mehr als nur eine Zeitung. Social Media aber auch Podcasts sind ideale Darstellungsformen, um Menschen davon zu erzählen […], diese Aufgabe möchte ich angehen", wird Stegner in der Mitteilung zitiert.
Henning Bulka, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, begründete die Bündelung der drei Bereiche unter einer Leitung mit deren wachsender Bedeutung für die Bindung digitaler Zielgruppen: „Social Media und Audio sind schon lange keine Ergänzungskanäle mehr – sie sind zentrale Orte, an denen wir Beziehungen zu unseren Leser*innen aufbauen. Gerade in Zeiten von KI ist entscheidend, Menschen zu verdeutlichen, welchen Wert unsere journalistischen Inhalte stiften, insbesondere im Lokalen." Das Team arbeite künftig eng mit den übrigen Redaktionseinheiten zusammen.
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Direkte Nutzerbindung als Antwort auf KI-Suchmaschinen
Für die RPM ist die organisatorische Zusammenlegung von Social Media, Audio und Community vor allem ein Signal, dass der direkte Beziehungsaufbau zu Leserinnen und Lesern jenseits der eigenen Webseite an strategischer Bedeutung gewinnt. Vor dem Hintergrund von KI-gestützten Suchmaschinen und Chatbots, die Nutzern zunehmend fertige Antworten statt Verlinkungen liefern, wird die direkte Ansprache über eigene Kanäle für Verlage zu einem wichtigeren Hebel, um Reichweite und Markenbindung nicht allein über Distributionsplattformen Dritter zu steuern.
Die RPM ist nach eigenen Angaben der größte Tageszeitungsverlag in Nordrhein-Westfalen und zählt zu den fünf auflagenstärksten Regionalzeitungsverlagen Deutschlands. Mit einer verkauften Auflage von 514.000 Exemplaren erreichen die Titel der Gruppe täglich rund 1,9 Millionen Leser, die Online-Portale kommen auf monatlich 9,6 Millionen Unique User. 2025 erzielte die Mediengruppe einen Umsatz von 451 Millionen Euro, unter Einbeziehung der Westfälischen Medien Holding rund 600 Millionen Euro, bei etwa 2.600 Beschäftigten ohne Zusteller.
Vivian Katharina Bissel 20.07.2026





